Klein, aber bei fast jedem auf null
Drei Prozent bei Google, sieben in der KI-Suche. Der kleinste Baustein – und trotzdem der, bei dem in unseren Prüfungen am häufigsten schlicht gar nichts steht.
Was dieser Baustein wiegt
Der kleinste Baustein in beiden Welten. Mit einer Stunde Arbeit vollständig erledigt.
Alle sechs im VergleichAuf dieser Seite
- Warum es überhaupt zählt
- Vier Netzwerke, mehr nicht
- Zwei Fragen entscheiden
- Das leere Profil ist schlimmer als keins
- Die Verlinkung in beide Richtungen
- Was Sie posten, wenn Sie posten
- Wie viel Aufwand angemessen ist
- Was wir bei echten Prüfungen finden
- Die eine Stunde
- Häufige Fragen zu sozialen Medien
- Wie dieser Baustein mit den anderen zusammenhängt
Hier ist die ehrliche Einordnung gleich zu Beginn: Soziale Medien sind für die lokale Auffindbarkeit der schwächste der sechs Bausteine. Wer nur begrenzte Zeit hat, sollte zuerst Website, Google-Profil und Verzeichnisse in Ordnung bringen.
Aber "schwach" heißt nicht "egal". Es heißt: mit wenig Aufwand vollständig abzuhaken - und genau das passiert selten. Bei acht von zehn geprüften Betrieben stand dieser Baustein auf null Punkten, weil überhaupt kein Profil auffindbar war.
Warum es überhaupt zählt
Für Google sind Social-Media-Profile ein Bestätigungssignal wie ein Verzeichniseintrag: eine weitere Quelle, die Name, Ort und Leistung nennt.
Für KI-Systeme sind sie mehr. Facebook- und Instagram-Profile sind öffentlich lesbarer Text mit Ortsangabe. Eine KI, die einen Betrieb empfehlen soll, findet dort Belege - vorausgesetzt, das Profil enthält welche.
Und für Menschen: Wer einen Handwerker sucht, schaut oft nach, ob es ihn "wirklich gibt". Ein gepflegtes Profil mit Bildern echter Arbeiten beantwortet diese Frage in fünf Sekunden.
Vier Netzwerke, mehr nicht
Wir prüfen genau vier, und das ist kein Zufall:
Facebook - für lokale Betriebe nach wie vor das wichtigste. Die Altersgruppe, die Handwerker beauftragt, ist dort. Eine Unternehmensseite mit Adresse und Öffnungszeiten wirkt wie ein weiterer Verzeichniseintrag.
Instagram - für alles Sichtbare: Maler, Fliesenleger, Gärtner, Schreiner, Praxen mit Vorher-Nachher-Bildern. Wer nichts zu zeigen hat, braucht es nicht.
TikTok - für Betriebe mit Nachwuchssorgen. Wer Auszubildende sucht, erreicht sie dort und sonst kaum noch irgendwo.
YouTube - für erklärungsbedürftige Leistungen. Ein Video, das zeigt, wie eine Fassadensanierung abläuft, arbeitet jahrelang für Sie.
Alles andere - X, Pinterest, LinkedIn für Handwerksbetriebe - ist für lokale Sichtbarkeit vernachlässigbar.
Zwei Fragen entscheiden
Bei jedem Netzwerk prüfen wir nur zwei Dinge:
- Gibt es ein Profil?
- Sendet es dasselbe Signal?
Die zweite Frage ist die wichtigere. Ein Profil, in dem weder der Ort noch die Leistung vorkommt, ist für die Auffindbarkeit wertlos. Es zählt nur, wenn dort steht, was auch auf der Website und im Google-Profil steht.
Konkret gehört in jedes Profil:
- der Firmenname in der Schreibweise des Impressums
- die vollständige Anschrift
- die Leistung mit Ort in der Beschreibung
- ein Link auf die Website
Das ist alles. Wer nur diese vier Angaben pflegt und danach nie wieder etwas postet, hat den Baustein bereits weitgehend erledigt.
Das leere Profil ist schlimmer als keins
Ein Punkt, den man selten hört: Eine Facebook-Seite, deren letzter Beitrag von 2019 stammt, schadet.
Nicht bei Google - dort ist sie neutral. Aber bei dem Menschen, der sie aufruft. Er sieht ein Unternehmen, das offenbar aufgehört hat. Bei einem Handwerksbetrieb, der um einen Auftrag über zwölftausend Euro konkurriert, ist das ein echtes Risiko.
Entweder pflegen - oder abschalten. Ein Profil, das nur die Grunddaten enthält und ohne Datumsangabe auskommt, altert nicht. Eine Chronik voller alter Beiträge schon.
Die Verlinkung in beide Richtungen
Ein Detail, das oft fehlt: Die Website sollte auf die Profile verlinken, und die Profile auf die Website.
Diese wechselseitige Verbindung bestätigt beiden Seiten, dass sie zusammengehören. Ohne sie sind es zwei Datensätze, die zufällig ähnlich heißen.
Bei den geprüften Betrieben fehlte diese Verlinkung in praktisch allen Fällen, in denen es überhaupt Profile gab.
! Ein Warnzeichen aus der Praxis. Bei einer Prüfung stand im Website-Feld des Google-Profils die Facebook-Adresse statt der eigenen Website. Damit läuft jeder Besucher aus der Google-Suche zu Facebook - und die eigene Website, die dreißig Prozent des Gewichts trägt, bekommt nichts ab. Verlinken Sie zu den Profilen, nicht von der Hauptadresse weg.
Was Sie posten, wenn Sie posten
Angenommen, Sie wollen doch mehr tun als die Grunddaten pflegen. Dann gilt eine einfache Regel: Zeigen Sie Arbeit, nicht Meinung.
Was bei lokalen Betrieben verlässlich funktioniert:
- Vorher und nachher. Dasselbe Motiv, zwei Bilder. Nichts überzeugt schneller.
- Ein Detail aus der Werkstatt. Wie etwas gemacht wird, nicht dass es gemacht wurde.
- Das Team. Menschen mit Namen. Ein Betrieb, bei dem man weiß, wer kommt.
- Der ungewöhnliche Auftrag. Die Kirchturmfassade, das denkmalgeschützte Treppenhaus.
- Die offene Stelle. Der einzige Beitrag, der sich fast immer direkt auszahlt.
Was nicht funktioniert: geteilte Sprüche, Feiertagsgrüße mit Symbolbild und Beiträge über die eigene Zuverlässigkeit. Sie kosten Zeit und werden nicht gelesen.
Zur Häufigkeit: Einmal im Monat genügt vollkommen. Wichtiger als die Zahl ist, dass der letzte Beitrag nicht Jahre alt ist. Wer zwölf Bilder im Jahr hochlädt, wirkt aktiv - wer im Januar dreißig postet und danach schweigt, wirkt es nicht.
Ein praktischer Hinweis zum Schluss: Machen Sie die Bilder unterwegs, mit dem Telefon, und legen Sie sie in einem Ordner ab. Der Aufwand entsteht nicht beim Posten, sondern beim Suchen nach einem Bild, das man nie gemacht hat.
Wie viel Aufwand angemessen ist
Für einen typischen lokalen Betrieb:
| Aufgabe | Aufwand | Wirkung |
|---|---|---|
| Profile anlegen, Grunddaten pflegen | einmalig 1 Std. | hoch, gemessen an der Zeit |
| Wechselseitige Verlinkung | 10 Minuten | mittel |
| Ein Beitrag pro Monat | 15 Min./Monat | gering für Google, gut für Menschen |
| Tägliches Posten | mehrere Std./Woche | für lokale Sichtbarkeit kaum messbar |
Die ersten beiden Zeilen sind die Empfehlung. Alles darunter ist eine Marketing-Entscheidung, keine Frage der Auffindbarkeit.
Was wir bei echten Prüfungen finden
| Befund | Wie oft |
|---|---|
| Kein einziges Profil auffindbar | 8 von 10 |
| Profil vorhanden, aber ohne Ortsangabe | 2 von 10 |
| Wechselseitige Verlinkung vorhanden | 0 von 10 |
Kein anderer Baustein steht so oft bei null. Und keiner ist mit einer Stunde Arbeit so vollständig zu erledigen.
Die eine Stunde
- Facebook-Unternehmensseite anlegen oder übernehmen, Grunddaten aus der Impressum-Datei einsetzen. Dreißig Minuten.
- Instagram, falls Sie etwas zu zeigen haben. Fünfzehn Minuten.
- Beschreibungstext überall gleich: Leistung, Ort, ein Satz zum Betrieb. Zehn Minuten.
- Von der Website aus verlinken, im Fußbereich. Fünf Minuten.
Danach ist dieser Baustein erledigt. Nicht optimal, aber vollständig - und das ist bei drei bis sieben Prozent Gewicht genau die richtige Investition.
Werden Ihre Profile gefunden?
Der Check sucht nach Ihren Profilen bei Facebook, Instagram, TikTok und YouTube und prüft, ob sie dasselbe Signal senden wie Ihre Website.
Häufige Fragen zu sozialen Medien
Ich habe keine Zeit für Social Media. Muss ich trotzdem?
Für die Auffindbarkeit reicht ein gepflegtes Profil mit korrekten Grunddaten. Sie müssen nichts posten. Der Unterschied zwischen "kein Profil" und "Profil mit Grunddaten" ist groß, der zwischen "Grunddaten" und "täglich aktiv" für die lokale Sichtbarkeit klein.
Reicht ein privates Profil?
Nein. Ein persönliches Konto ist für Suchmaschinen etwas anderes als eine Unternehmensseite. Nur letztere trägt Anschrift, Öffnungszeiten und Kategorie - also die Angaben, die als Bestätigung zählen.
Welches Netzwerk zuerst?
Facebook, wenn Ihre Kunden über vierzig sind - also bei den meisten Handwerksbetrieben, Praxen und Kanzleien. Instagram, wenn Ihre Arbeit sichtbar ist und Sie Bilder haben. Alles andere danach.
Bringt Instagram mir Kunden?
Für die Auffindbarkeit bei Google kaum. Für den Eindruck, den jemand von Ihnen gewinnt, sehr wohl - besonders bei Gewerken, bei denen das Ergebnis zählt. Zehn gute Vorher-Nachher-Bilder wirken stärker als jeder Werbetext.
Was ist mit LinkedIn?
Für Handwerk und lokale Dienstleistung nachrangig. Wenn Sie Geschäftskunden ansprechen - Verwaltungen, Hausverwaltungen, Bauträger - kann es sich lohnen. Für die lokale Suche zählt es kaum.
Mein altes Profil ist verwaist. Löschen oder wiederbeleben?
Prüfen Sie zuerst, ob Sie noch Zugang haben. Wenn ja: Grunddaten aktualisieren, alte Beiträge stehen lassen, ein aktuelles Bild hochladen. Wenn nein und die Seite wirkt tot: löschen lassen ist besser als sie so stehen zu lassen.
Zählt die Zahl der Follower?
Für die lokale Auffindbarkeit nicht messbar. Für den Eindruck etwas - eine Seite mit elf Followern wirkt anders als eine mit vierhundert. Aber niemand sollte Follower kaufen; das fällt auf und ändert nichts.
Welche sozialen Medien lohnen sich für lokale Unternehmen?
Facebook für Kunden über vierzig - also für die meisten Handwerksbetriebe, Praxen und Kanzleien. Instagram, wenn Ihre Arbeit sichtbar ist. TikTok, wenn Sie Auszubildende suchen. YouTube bei erklärungsbedürftigen Leistungen. Alles andere ist für lokale Sichtbarkeit nachrangig.
Brauche ich für mein Unternehmen soziale Medien?
Für die Auffindbarkeit genügt ein Profil mit korrekten Grunddaten - Sie müssen nichts posten. Der Unterschied zwischen "kein Profil" und "Profil mit Grunddaten" ist groß, der zwischen "Grunddaten" und "täglich aktiv" für die lokale Suche klein.
Was gehört in ein Unternehmensprofil bei Facebook?
Firmenname in der Schreibweise Ihres Impressums, vollständige Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten, die Leistung mit Ort im Beschreibungstext und ein Link auf Ihre Website. Damit ist der Baustein zu neunzig Prozent erledigt.
Wie oft soll ich als lokales Unternehmen posten?
Einmal im Monat genügt. Wichtiger als die Zahl ist, dass der letzte Beitrag nicht Jahre alt ist. Zwölf Bilder im Jahr wirken gepflegt; dreißig im Januar und danach Stille wirken es nicht.
Zählen Links aus sozialen Medien als Backlinks?
Kaum. Die meisten Netzwerke kennzeichnen ausgehende Links als "nofollow", geben ihnen also ausdrücklich kein Gewicht. Der Nutzen liegt woanders: Sichtbarkeit führt zu Erwähnungen, und aus Erwähnungen werden mit der Zeit echte Verweise.
Soll ich ein verwaistes Profil löschen?
Wenn Sie noch Zugang haben: lieber aktualisieren. Grunddaten richtigstellen, ein aktuelles Bild hochladen, alte Beiträge stehen lassen. Wenn Sie keinen Zugang mehr haben und die Seite tot wirkt, ist Löschen besser als So-stehen- lassen - eine Chronik, die 2019 endet, beantwortet die Frage "gibt es die noch?" mit Nein.
Wie hängen soziale Medien mit der KI-Suche zusammen?
Facebook- und Instagram-Profile sind öffentlich lesbarer Text mit Ortsangabe. Genau das können KI-Systeme auswerten, während sie Kartendaten nicht abfragen können. Deshalb wiegt dieser Baustein in der KI-Suche mit sieben Prozent gut doppelt so schwer wie bei Google.
Wie dieser Baustein mit den anderen zusammenhängt
Soziale Medien sind der kleinste der sechs Bausteine - und der, bei dem sich am schnellsten zeigt, ob die anderen fünf sauber sind. Denn ein Profil besteht fast nur aus Daten, die anderswo schon stehen.
Firmenname, Anschrift und Telefonnummer kommen aus dem Impressum Ihrer Website. Die Beschreibung nennt dieselbe Leistung und denselben Ort wie Ihr Google-Unternehmensprofil. Der Link im Profilkopf zeigt auf Ihre eigene Seite - dieselbe Regel wie im Profil.
Damit ist ein Social-Media-Profil im Kern nichts anderes als ein weiterer Verzeichniseintrag: eine zusätzliche öffentliche Quelle, die dasselbe sagt. Für die KI-Suche zählt es genau deshalb - Facebook- und Instagram-Seiten sind offen lesbarer Text mit Ortsangabe.
Für Backlinks taugen die Verweise aus sozialen Netzwerken wenig; sie werden von Suchmaschinen kaum als Empfehlung gewertet. Ihr Nutzen liegt woanders: Sichtbarkeit führt zu Erwähnungen, und Erwähnungen führen irgendwann zu echten Verweisen.
Der stärkste Zusammenhang ist der zu den Bewertungen. Wer seine Arbeit zeigt, bekommt eher eine Rückmeldung - und ein Kunde, der Ihre letzten zehn Bilder gesehen hat, schreibt konkreter als einer, der nur die Rechnung kennt.
Eine Stunde einmalig, dann ist der Baustein erledigt.