Hier ist die ehrliche Einordnung gleich zu Beginn: Soziale Medien sind für die lokale Auffindbarkeit der schwächste der sechs Bausteine. Wer nur begrenzte Zeit hat, sollte zuerst Website, Google-Profil und Verzeichnisse in Ordnung bringen.
Aber „schwach“ heißt nicht „egal“. Es heißt: mit wenig Aufwand vollständig abzuhaken – und genau das passiert selten. Bei acht von zehn geprüften Betrieben stand dieser Baustein auf null Punkten, weil überhaupt kein Profil auffindbar war.
Warum es überhaupt zählt
Für Google sind Social-Media-Profile ein Bestätigungssignal wie ein Verzeichniseintrag: eine weitere Quelle, die Name, Ort und Leistung nennt.
Für KI-Systeme sind sie mehr. Facebook- und Instagram-Profile sind öffentlich lesbarer Text mit Ortsangabe. Eine KI, die einen Betrieb empfehlen soll, findet dort Belege – vorausgesetzt, das Profil enthält welche.
Und für Menschen: Wer einen Handwerker sucht, schaut oft nach, ob es ihn „wirklich gibt“. Ein gepflegtes Profil mit Bildern echter Arbeiten beantwortet diese Frage in fünf Sekunden.
Vier Netzwerke, mehr nicht
Wir prüfen genau vier, und das ist kein Zufall:
Facebook – für lokale Betriebe nach wie vor das wichtigste. Die Altersgruppe, die Handwerker beauftragt, ist dort. Eine Unternehmensseite mit Adresse und Öffnungszeiten wirkt wie ein weiterer Verzeichniseintrag.
Instagram – für alles Sichtbare: Maler, Fliesenleger, Gärtner, Schreiner, Praxen mit Vorher-Nachher-Bildern. Wer nichts zu zeigen hat, braucht es nicht.
TikTok – für Betriebe mit Nachwuchssorgen. Wer Auszubildende sucht, erreicht sie dort und sonst kaum noch irgendwo.
YouTube – für erklärungsbedürftige Leistungen. Ein Video, das zeigt, wie eine Fassadensanierung abläuft, arbeitet jahrelang für Sie.
Alles andere – X, Pinterest, LinkedIn für Handwerksbetriebe – ist für lokale Sichtbarkeit vernachlässigbar.
Zwei Fragen entscheiden
Bei jedem Netzwerk prüfen wir nur zwei Dinge:
- Gibt es ein Profil?
- Sendet es dasselbe Signal?
Die zweite Frage ist die wichtigere. Ein Profil, in dem weder der Ort noch die Leistung vorkommt, ist für die Auffindbarkeit wertlos. Es zählt nur, wenn dort steht, was auch auf der Website und im Google-Profil steht.
Konkret gehört in jedes Profil:
- der Firmenname in der Schreibweise des Impressums
- die vollständige Anschrift
- die Leistung mit Ort in der Beschreibung
- ein Link auf die Website
Das ist alles. Wer nur diese vier Angaben pflegt und danach nie wieder etwas postet, hat den Baustein bereits weitgehend erledigt.
Das leere Profil ist schlimmer als keins
Ein Punkt, den man selten hört: Eine Facebook-Seite, deren letzter Beitrag von 2019 stammt, schadet.
Nicht bei Google – dort ist sie neutral. Aber bei dem Menschen, der sie aufruft. Er sieht ein Unternehmen, das offenbar aufgehört hat. Bei einem Handwerksbetrieb, der um einen Auftrag über zwölftausend Euro konkurriert, ist das ein echtes Risiko.
Entweder pflegen – oder abschalten. Ein Profil, das nur die Grunddaten enthält und ohne Datumsangabe auskommt, altert nicht. Eine Chronik voller alter Beiträge schon.
Die Verlinkung in beide Richtungen
Ein Detail, das oft fehlt: Die Website sollte auf die Profile verlinken, und die Profile auf die Website.
Diese wechselseitige Verbindung bestätigt beiden Seiten, dass sie zusammengehören. Ohne sie sind es zwei Datensätze, die zufällig ähnlich heißen.
Bei den geprüften Betrieben fehlte diese Verlinkung in praktisch allen Fällen, in denen es überhaupt Profile gab.
Ein Warnzeichen aus der Praxis.
Bei einer Prüfung stand im Website-Feld des Google-Profils die Facebook-Adresse statt der eigenen Website. Damit läuft jeder Besucher aus der Google-Suche zu Facebook – und die eigene Website, in der Google-Suche der schwerste Baustein, bekommt nichts ab. Verlinken Sie zu den Profilen, nicht von der Hauptadresse weg.
Was Sie posten, wenn Sie posten
Angenommen, Sie wollen doch mehr tun als die Grunddaten pflegen. Dann gilt eine einfache Regel: Zeigen Sie Arbeit, nicht Meinung.
Was bei lokalen Betrieben verlässlich funktioniert:
- Vorher und nachher. Dasselbe Motiv, zwei Bilder. Nichts überzeugt schneller.
- Ein Detail aus der Werkstatt. Wie etwas gemacht wird, nicht dass es gemacht wurde.
- Das Team. Menschen mit Namen. Ein Betrieb, bei dem man weiß, wer kommt.
- Der ungewöhnliche Auftrag. Die Kirchturmfassade, das denkmalgeschützte Treppenhaus.
- Die offene Stelle. Der einzige Beitrag, der sich fast immer direkt auszahlt.
Was nicht funktioniert: geteilte Sprüche, Feiertagsgrüße mit Symbolbild und Beiträge über die eigene Zuverlässigkeit. Sie kosten Zeit und werden nicht gelesen.
Zur Häufigkeit: Einmal im Monat genügt vollkommen. Wichtiger als die Zahl ist, dass der letzte Beitrag nicht Jahre alt ist. Wer zwölf Bilder im Jahr hochlädt, wirkt aktiv – wer im Januar dreißig postet und danach schweigt, wirkt es nicht.
Ein praktischer Hinweis zum Schluss: Machen Sie die Bilder unterwegs, mit dem Telefon, und legen Sie sie in einem Ordner ab. Der Aufwand entsteht nicht beim Posten, sondern beim Suchen nach einem Bild, das man nie gemacht hat.
Wie viel Aufwand angemessen ist
Für einen typischen lokalen Betrieb:
| Aufgabe | Aufwand | Wirkung |
|---|---|---|
| Profile anlegen, Grunddaten pflegen | einmalig 1 Std. | hoch, gemessen an der Zeit |
| Wechselseitige Verlinkung | 10 Minuten | mittel |
| Ein Beitrag pro Monat | 15 Min./Monat | gering für Google, gut für Menschen |
| Tägliches Posten | mehrere Std./Woche | für lokale Sichtbarkeit kaum messbar |
Die ersten beiden Zeilen sind die Empfehlung. Alles darunter ist eine Marketing-Entscheidung, keine Frage der Auffindbarkeit.
Was wir bei echten Prüfungen finden
Befunde aus unseren Prüfungen
Kein anderer Baustein steht so oft bei null. Und keiner ist mit einer Stunde Arbeit so vollständig zu erledigen.
Die eine Stunde
- Facebook-Unternehmensseite anlegen oder übernehmen, Grunddaten aus der Impressum-Datei einsetzen. Dreißig Minuten.
- Instagram, falls Sie etwas zu zeigen haben. Fünfzehn Minuten.
- Beschreibungstext überall gleich: Leistung, Ort, ein Satz zum Betrieb. Zehn Minuten.
- Von der Website aus verlinken, im Fußbereich. Fünf Minuten.
Danach ist dieser Baustein erledigt. Nicht optimal, aber vollständig – und das ist bei fünf bis zehn Prozent Gewicht genau die richtige Investition.
Der Check prüft das für Sie
Werden Ihre Profile gefunden?
Der Check sucht nach Ihren Profilen bei Facebook, Instagram, TikTok und YouTube und prüft, ob sie dasselbe Signal senden wie Ihre Website.