Der stärkste Hebel für lokale Suchen
Bei jeder Suche mit Ortsbezug zeigt Google zuerst eine Karte mit drei Betrieben. Wer dort steht, bekommt den Anruf. Diese drei Plätze vergibt Google nach dem Unternehmensprofil – nicht nach der Website.
Was dieser Baustein wiegt
Nirgends klaffen die beiden Welten so weit auseinander. Eine KI kann Google Maps nicht befragen.
Alle sechs im VergleichAuf dieser Seite
- Beansprucht ist die Voraussetzung, nicht das Ziel
- Die Hauptkategorie entscheidet, wofür Sie ranken
- Leistungen mit Beschreibung: das leerste Feld überhaupt
- Die Unternehmensbeschreibung
- Fotos: mehr als vier, und regelmäßig neue
- Beiträge: der unterschätzte Kanal
- Das Website-Feld: eine Zeile, die viel kaputt machen kann
- Stammdaten müssen exakt stimmen
- Was wir bei echten Prüfungen finden
- Die halbe Stunde, die sich lohnt
- Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil
- Wie dieser Baustein mit den anderen zusammenhängt
Für die klassische Google-Suche ist das Unternehmensprofil der zweitwichtigste Baustein - fünfundzwanzig Prozent Gewicht, gleich hinter der Website. Für die KI-Suche fällt es dagegen auf drei Prozent zurück, weil ChatGPT und Perplexity keinen direkten Zugriff auf Google-Profile haben.
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wer heute Kunden über Google Maps gewinnt, muss hier arbeiten. Wer morgen in KI-Antworten vorkommen will, braucht zusätzlich die Bausteine drei bis fünf.
Beansprucht ist die Voraussetzung, nicht das Ziel
Google legt Profile auch ohne Ihr Zutun an - aus Verzeichnisdaten, aus Kartendaten, aus Nutzermeldungen. Solange niemand das Profil beansprucht hat, kann jeder Änderungen vorschlagen, und niemand pflegt es.
Beanspruchen kostet nichts und dauert wenige Tage: Sie fordern eine Bestätigung an, Google schickt eine Postkarte oder ruft an, Sie geben den Code ein. Danach gehört das Profil Ihnen.
Bei unseren Prüfungen ist das inzwischen fast immer erledigt. Der Nachholbedarf liegt woanders.
Die Hauptkategorie entscheidet, wofür Sie ranken
Das ist die folgenreichste Einstellung im ganzen Profil - und die, über die am wenigsten nachgedacht wird.
Google hat eine feste Liste von Kategorien. Sie wählen eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere. Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Betracht kommen.
Ein Beispiel aus einer echten Prüfung: Ein Münchner Metallbaubetrieb hatte als Hauptkategorie Generalunternehmer eingetragen. Er baut Geländer, Tore und Vordächer. "Generalunternehmer München" bringt 110 Suchen im Monat, "Metallbau München" bringt 390 - und bei "Metallbau" stand er auf Platz fünf, obwohl es nicht seine Hauptkategorie war. Mit der richtigen Kategorie wäre mehr drin.
Prüfen Sie es selbst. Suchen Sie nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort. Sehen Sie sich die drei Betriebe in der Karte an, klicken Sie auf jeden und schauen Sie, welche Kategorie dort steht. Das ist die Kategorie, die Google für diese Suche als passend ansieht.
Nebenkategorien kosten nichts und schaden nicht. Wer Maler ist, kann zusätzlich Malerbetrieb, Lackierer und Trockenbau eintragen. Jede Nebenkategorie ist eine weitere Suche, bei der Sie auftauchen können.
Leistungen mit Beschreibung: das leerste Feld überhaupt
Im Profil können Sie Ihre Leistungen einzeln eintragen - und zu jeder einen Beschreibungstext hinterlegen. Dieses Feld ist bei praktisch jedem Betrieb, den wir prüfen, leer.
Dabei ist es doppelt wertvoll:
- Google liest die Texte und versteht besser, was Sie anbieten
- Die Leistungen erscheinen sichtbar im Profil, wenn jemand darauf klickt
Eine Beschreibung darf zwei bis drei Sätze haben. Schreiben Sie sie so, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden - und bringen Sie den Ort unter. "Wir sanieren Fassaden in Neumarkt und im Umkreis von dreißig Kilometern, vom Gerüst bis zum letzten Anstrich."
Bei einer Kanzlei fanden wir achtundfünfzig eingetragene Leistungen - und bei keiner einzigen einen Text. Achtundfünfzig verschenkte Gelegenheiten.
Die Unternehmensbeschreibung
750 Zeichen, frei beschreibbar, und bei der Hälfte der geprüften Betriebe leer.
Was hineingehört: wer Sie sind, was Sie tun, wo Sie tätig sind, seit wann. Kein Werbetext, sondern Fakten in ganzen Sätzen. Diese Beschreibung wird sowohl von Google als auch von KI-Systemen gelesen, die auf Google-Daten zugreifen.
Ein brauchbarer Aufbau:
- Satz eins: Wer und was. "Die Malerfachbetrieb Mustermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Maler- und Lackierarbeiten in Neumarkt in der Oberpfalz."
- Satz zwei bis drei: Leistungen konkret.
- Satz vier: Einzugsgebiet.
- Satz fünf: Seit wann, Team, Besonderheit.
Fotos: mehr als vier, und regelmäßig neue
Profile mit Fotos werden häufiger angeklickt als Profile ohne. Google wertet außerdem aus, ob neue Bilder dazukommen - ein gepflegtes Profil ist ein aktives Unternehmen.
Was gute Fotos zeigen: Ihre Arbeit, Ihr Team, Ihr Fahrzeug, Ihr Geschäft von außen, damit Kunden es wiederfinden. Was schlechte Fotos zeigen: Stockbilder und Logos.
Vier Fotos sind der Stand bei den meisten geprüften Betrieben. Zwanzig wären angemessen, und alle paar Monate eines mehr.
Beiträge: der unterschätzte Kanal
Über das Profil können Sie kurze Beiträge veröffentlichen - wie eine kleine Nachrichtenseite. Ein abgeschlossenes Projekt, ein Hinweis auf die Ferien, eine neue Leistung.
Beiträge halten das Profil lebendig und geben Google frischen Text. Einmal die Woche genügt. Die meisten Betriebe machen es nie.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit. Ob ein Betrieb Beiträge veröffentlicht, lässt sich von außen nicht zuverlässig auslesen. In unseren Berichten steht dieses Kriterium deshalb als "nicht prüfbar" - und senkt die Punktzahl nicht. Wir bewerten nur, was wir tatsächlich sehen.
Das Website-Feld: eine Zeile, die viel kaputt machen kann
Im Profil steht ein Feld für Ihre Internetadresse. Es sollte auf Ihre Website zeigen. Das klingt selbstverständlich.
Bei einem geprüften Metallbaubetrieb zeigte es auf facebook.com. Jeder Klick aus dem Google-Profil landete auf einer Facebook-Seite statt auf der eigenen Website. Damit geht nicht nur der Besucher verloren, sondern auch das Signal: Google verknüpft Profil und Website nicht mehr miteinander.
Prüfen Sie diese eine Zeile. Sie dauert zehn Sekunden.
Stammdaten müssen exakt stimmen
Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten. Diese vier Angaben müssen mit Ihrem Impressum und mit Ihren Verzeichniseinträgen wörtlich übereinstimmen.
Der häufigste Fehler ist nicht ein falscher Wert, sondern eine abweichende Schreibweise: "Str." statt "Straße", die Rechtsform einmal mit und einmal ohne, der Ortszusatz mal ausgeschrieben, mal abgekürzt. Für Sie dasselbe. Für eine Maschine zwei verschiedene Betriebe.
Was wir bei echten Prüfungen finden
| Befund | Wie oft |
|---|---|
| Profil beansprucht | 9 von 10 |
| Keine Leistungen hinterlegt | 6 von 10 |
| Keine Leistungsbeschreibungen | 9 von 10 |
| Keine Unternehmensbeschreibung | 5 von 10 |
| Weniger als fünf Fotos | 7 von 10 |
| Website-Feld falsch oder leer | 2 von 10 |
Die halbe Stunde, die sich lohnt
- Hauptkategorie prüfen und gegen die Kategorien der drei Betriebe in der Karte abgleichen. Zehn Minuten.
- Leistungen eintragen, mindestens die vier wichtigsten, jede mit zwei Sätzen. Fünfzehn Minuten.
- Unternehmensbeschreibung schreiben, fünf Sätze. Zehn Minuten.
- Website-Feld kontrollieren. Zehn Sekunden.
Das Profil ist der einzige Baustein, an dem Sie ohne fremde Hilfe alles selbst ändern können - sofort und kostenlos.
Wie vollständig ist Ihr Profil?
Der Check liest Ihr Google-Unternehmensprofil aus und zeigt im Bericht, welche Felder gefüllt sind und welche leer - mit den konkreten Werten.
Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil
Ich habe kein Ladengeschäft. Bekomme ich trotzdem ein Profil?
Ja. Google kennt den Fall "Dienstleistung vor Ort": Sie geben Ihre Anschrift an, blenden sie aber aus und legen stattdessen ein Einzugsgebiet fest. Für Handwerksbetriebe, die zum Kunden fahren, ist das die richtige Einstellung.
Wie viele Kategorien soll ich setzen?
Eine Hauptkategorie, die genau trifft, und zwei bis fünf Nebenkategorien für das, was Sie tatsächlich anbieten. Nicht mehr. Wer zehn Kategorien setzt, verwässert das Signal und wird für nichts mehr eindeutig.
Mein Betrieb ist unter einer alten Adresse eingetragen
Ändern Sie die Adresse im Profil und rechnen Sie mit einer erneuten Bestätigung, meist per Postkarte. Wichtig ist, dass Sie danach Impressum, Website und alle Verzeichniseinträge in derselben Woche nachziehen - sonst widersprechen sich Ihre Quellen für Monate.
Jemand hat mein Profil ohne mich angelegt. Was nun?
Das kommt oft vor, weil Google Einträge automatisch erzeugt. Auf der Profilseite gibt es die Möglichkeit, das Profil zu beanspruchen. Wenn ein Fremder es bereits beansprucht hat, führt Google ein Verfahren zur Rückübertragung durch - unangenehm, aber machbar.
Bringen Beiträge im Profil etwas?
Für die Platzierung wenig, für den Eindruck etwas. Ein Profil mit einem aktuellen Beitrag wirkt gepflegt. Wichtiger sind Bilder, Öffnungszeiten und Antworten auf Bewertungen.
Wie oft soll ich Bilder hochladen?
Ein paar Mal im Jahr genügt. Zehn gute Bilder schlagen fünfzig beliebige. Zeigen Sie fertige Arbeiten, das Team, das Fahrzeug, die Werkstatt - alles, was belegt, dass es den Betrieb wirklich gibt.
Wieso taucht mein Profil bei manchen Suchen auf und bei anderen nicht?
Google entscheidet nach Entfernung, Bekanntheit und Übereinstimmung. Weit vom Suchenden entfernt, wenig belegt oder Kategorie unpassend - jeder dieser drei Punkte kann Sie aus der Kartenanzeige nehmen. An zwei davon können Sie arbeiten.
Was ist ein Google-Unternehmensprofil?
Der kostenlose Eintrag, mit dem ein Unternehmen bei Google und in Google Maps erscheint - mit Name, Adresse, Öffnungszeiten, Kategorie, Bildern und Bewertungen. Er ist die Grundlage dafür, in der Kartenanzeige über den Suchergebnissen aufzutauchen, und damit für lokale Suchen der stärkste einzelne Hebel.
Wie lege ich ein Google-Unternehmensprofil an?
Über google.com/business mit einem Google-Konto. Sie geben Name, Kategorie und Anschrift an und bestätigen anschließend, dass Sie berechtigt sind - meist per Postkarte, Telefon oder Video. Die Bestätigung ist der eigentliche Schritt; ohne sie erscheint das Profil nicht vollständig.
Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
Nichts. Wer Ihnen dafür eine Rechnung schickt, verkauft Ihnen eine Dienstleistung rund um das Profil, nicht das Profil selbst. Solche Anrufe und Schreiben gibt es häufig - prüfen Sie genau, wofür Sie zahlen sollen.
Warum erscheint mein Google-Profil nicht in der Kartenanzeige?
Google entscheidet nach Entfernung, Bekanntheit und Übereinstimmung. Häufigste Ursachen: Die Hauptkategorie passt nicht zum Suchbegriff, das Profil ist nicht bestätigt, die Adresse weicht von den übrigen Quellen ab, oder der Suchende ist schlicht zu weit entfernt. An den ersten drei Punkten können Sie arbeiten.
Wie oft soll ich das Google-Profil aktualisieren?
Grunddaten nur bei Änderungen - dann aber sofort und überall gleichzeitig. Bilder ein paar Mal im Jahr. Bewertungen beantworten Sie am besten monatlich in einem Rutsch. Tägliche Beiträge sind für die Platzierung nicht nachweisbar wirksam.
Was ist der Unterschied zwischen Google-Profil und Google Maps?
Google Maps ist die Karte, das Unternehmensprofil ist Ihr Datensatz darin. Beide zeigen dieselben Angaben - gepflegt wird aber nur an einer Stelle, im Profil. Änderungen dort erscheinen nach kurzer Zeit auch in der Karte.
Wie dieser Baustein mit den anderen zusammenhängt
Das Google-Profil ist für die klassische Suche der stärkste der sechs Bausteine - aber es steht nie für sich. Google gleicht ab, was das Profil behauptet, und sucht die Bestätigung anderswo.
Die erste Bestätigung liefert Ihre Website. Adresse und Telefonnummer im Impressum müssen wörtlich mit dem Profil übereinstimmen, und das Feld "Website" im Profil muss auf Ihre eigene Seite zeigen - nicht auf Facebook, nicht auf eine alte Adresse.
Die zweite liefern die Branchenbücher. Drei unabhängige Verzeichnisse, die dasselbe sagen wie das Profil, sind für Google ein starker Beleg. Drei, die abweichen, schwächen das Profil aktiv.
Die Bewertungen leben ohnehin im Profil - sie sind kein getrennter Kanal, sondern der Teil, den ein Kunde zuerst liest. Und Ihre Social-Media-Profile wiederholen dieselben Grunddaten an zwei weiteren Stellen.
Selbst die Backlinks wirken hierher zurück: Wenn die Innung, der Lieferant und die Lokalzeitung Ihren Firmennamen genau so schreiben wie Ihr Profil, ist die Zuordnung eindeutig.
Praktisch heißt das: Das Profil zuerst in Ordnung bringen, dann alle anderen Quellen daran angleichen. Nicht umgekehrt - denn das Profil ist die Quelle, die Google in der Kartenanzeige direkt ausspielt.