In der Google-Karte ist das Unternehmensprofil der stärkste Baustein von allen – 38 Prozent Gewicht. In der organischen Suche zählt es dagegen nur 9 Prozent und in der KI-Suche 14, weil ChatGPT und Perplexity keinen direkten Zugriff auf Google-Profile haben.
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wer heute Kunden über Google Maps gewinnt, muss hier arbeiten. Wer morgen in KI-Antworten vorkommen will, braucht zusätzlich vor allem Website, Branchenbücher und Bewertungen.
Beansprucht ist die Voraussetzung, nicht das Ziel
Google legt Profile auch ohne Ihr Zutun an – aus Verzeichnisdaten, aus Kartendaten, aus Nutzermeldungen. Solange niemand das Profil beansprucht hat, kann jeder Änderungen vorschlagen, und niemand pflegt es.
Beanspruchen kostet nichts und dauert wenige Tage: Sie fordern eine Bestätigung an, Google schickt eine Postkarte oder ruft an, Sie geben den Code ein. Danach gehört das Profil Ihnen.
Bei unseren Prüfungen ist das inzwischen fast immer erledigt. Der Nachholbedarf liegt woanders.
Die Hauptkategorie entscheidet, wofür Sie ranken
Das ist die folgenreichste Einstellung im ganzen Profil – und die, über die am wenigsten nachgedacht wird.
Google hat eine feste Liste von Kategorien. Sie wählen eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere. Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Betracht kommen.
Ein nachgebautes, aber typisches Beispiel: Ein Metallbaubetrieb in einer Großstadt hat als Hauptkategorie Generalunternehmer eingetragen. Er baut Geländer, Tore und Vordächer. „Generalunternehmer“ plus Stadt bringt rund 110 Suchen im Monat, „Metallbau“ plus Stadt rund 390 – und selbst bei „Metallbau“ steht er auf Platz fünf, obwohl es nicht seine Hauptkategorie ist. Mit der passenden Kategorie wäre mehr drin.
Prüfen Sie es selbst.
Suchen Sie nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort. Sehen Sie sich die drei Betriebe in der Karte an, klicken Sie auf jeden und schauen Sie, welche Kategorie dort steht. Das ist die Kategorie, die Google für diese Suche als passend ansieht.
Passende Nebenkategorien kosten nichts. Wer Maler ist, kann zusätzlich Malerbetrieb, Lackierer und Trockenbau eintragen. Jede passende Nebenkategorie ist eine weitere Suche, bei der Sie auftauchen können.
Leistungen mit Beschreibung: das leerste Feld überhaupt
Im Profil können Sie Ihre Leistungen einzeln eintragen – und zu jeder einen Beschreibungstext hinterlegen. Dieses Feld ist bei praktisch jedem Betrieb, den wir prüfen, leer.
Dabei ist es doppelt wertvoll:
- Google liest die Texte und versteht besser, was Sie anbieten
- Die Leistungen erscheinen sichtbar im Profil, wenn jemand darauf klickt
Eine Beschreibung darf zwei bis drei Sätze haben. Schreiben Sie sie so, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden – und bringen Sie den Ort unter. „Wir sanieren Fassaden in Musterstadt und im Umkreis von dreißig Kilometern, vom Gerüst bis zum letzten Anstrich.“
Bei einer Kanzlei fanden wir achtundfünfzig eingetragene Leistungen – und bei keiner einzigen einen Text. Achtundfünfzig verschenkte Gelegenheiten.
Die Unternehmensbeschreibung
750 Zeichen, frei beschreibbar, und bei der Hälfte der geprüften Betriebe leer.
Was hineingehört: wer Sie sind, was Sie tun, wo Sie tätig sind, seit wann. Kein Werbetext, sondern Fakten in ganzen Sätzen. Diese Beschreibung wird sowohl von Google als auch von KI-Systemen gelesen, die auf Google-Daten zugreifen.
Ein brauchbarer Aufbau:
- Satz eins: Wer und was. „Die Malerfachbetrieb Mustermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Maler- und Lackierarbeiten in Musterstadt.“
- Satz zwei bis drei: Leistungen konkret.
- Satz vier: Einzugsgebiet.
- Satz fünf: Seit wann, Team, Besonderheit.
Fotos: mehr als vier, und regelmäßig neue
Profile mit Fotos werden häufiger angeklickt als Profile ohne. Google wertet außerdem aus, ob neue Bilder dazukommen – ein gepflegtes Profil ist ein aktives Unternehmen.
Was gute Fotos zeigen: Ihre Arbeit, Ihr Team, Ihr Fahrzeug, Ihr Geschäft von außen, damit Kunden es wiederfinden. Was schlechte Fotos zeigen: Stockbilder und Logos.
Vier Fotos sind der Stand bei den meisten geprüften Betrieben. Zwanzig wären angemessen, und alle paar Monate eines mehr.
Beiträge: der unterschätzte Kanal
Über das Profil können Sie kurze Beiträge veröffentlichen – wie eine kleine Nachrichtenseite. Ein abgeschlossenes Projekt, ein Hinweis auf die Ferien, eine neue Leistung.
Beiträge halten das Profil lebendig und geben Google frischen Text. Einmal die Woche genügt. Die meisten Betriebe machen es nie.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit.
Ob ein Betrieb Beiträge veröffentlicht, lässt sich von außen nicht zuverlässig auslesen. In unseren Berichten steht dieses Kriterium deshalb als „nicht prüfbar“ – und senkt die Punktzahl nicht. Wir bewerten nur, was wir tatsächlich sehen.
Das Website-Feld: eine Zeile, die viel kaputt machen kann
Im Profil steht ein Feld für Ihre Internetadresse. Es sollte auf Ihre Website zeigen. Das klingt selbstverständlich.
In einem typischen Fall zeigte dieses Feld auf facebook.com. Jeder Klick aus dem Google-Profil landete auf einer Facebook-Seite statt auf der eigenen Website. Damit geht nicht nur der Besucher verloren, sondern auch das Signal: Google verknüpft Profil und Website nicht mehr miteinander.
Prüfen Sie diese eine Zeile. Sie dauert zehn Sekunden.
Stammdaten müssen exakt stimmen
Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten. Diese vier Angaben müssen auf Ihrer Website und in Ihren Verzeichniseinträgen wörtlich übereinstimmen – Name, Adresse und Telefonnummer vor allem mit dem Impressum.
Der häufigste Fehler ist nicht ein falscher Wert, sondern eine abweichende Schreibweise: „Str.“ statt „Straße“, die Rechtsform einmal mit und einmal ohne, der Ortszusatz mal ausgeschrieben, mal abgekürzt. Für Sie dasselbe. Für eine Maschine zwei verschiedene Betriebe.
Was wir bei echten Prüfungen finden
Befunde aus unseren Prüfungen
Die halbe Stunde, die sich lohnt
- Hauptkategorie prüfen und gegen die Kategorien der drei Betriebe in der Karte abgleichen. Zehn Minuten.
- Leistungen eintragen, mindestens die vier wichtigsten, jede mit zwei Sätzen. Fünfzehn Minuten.
- Unternehmensbeschreibung schreiben, fünf Sätze. Zehn Minuten.
- Website-Feld kontrollieren. Zehn Sekunden.
Wie die Website ist das Profil ein Baustein, an dem Sie ohne fremde Hilfe alles selbst ändern können – sofort und kostenlos.
Der Check prüft das für Sie
Wie vollständig ist Ihr Profil?
Der Check liest Ihr Google-Unternehmensprofil aus und zeigt im Bericht, welche Felder gefüllt sind und welche leer – mit den konkreten Werten.