23 Prozent in der Google-Karte, 18 in der KI-Suche, 7 in der organischen Suche. Dazu kommt die größte Wirkung auf den Menschen vor dem Bildschirm: Kaum jemand ruft einen Betrieb mit drei Sternen an, wenn nebenan einer mit viereinhalb steht.
Und für KI-Systeme sind Bewertungen Gold: echter Text, von Dritten geschrieben, mit konkreten Angaben zu Leistung, Ort und Ergebnis.
Fünf Dinge werden bewertet
Die Anzahl. Nicht absolut, sondern im Vergleich. Vier Bewertungen sind wenig, wenn der stärkste Mitbewerber hundertzwanzig hat – und viel, wenn alle anderen bei zwei stehen.
Der Durchschnitt. Unter vier Sternen wird es schwierig. Eine glatte 5,0 wirkt paradoxerweise unglaubwürdig, wenn die Zahl der Bewertungen hoch ist.
Die Aktualität. Die jüngste Bewertung sagt mehr als der Durchschnitt. Wenn sie zwei Jahre alt ist, wirkt der Betrieb eingeschlafen – egal wie gut die Noten sind.
Die Antwortquote. Ob Sie auf Bewertungen antworten. Google zeigt das sichtbar an, und es ist ein starkes Signal für Aktivität.
Der Inhalt der Texte. Der wichtigste Punkt – und der, an den niemand denkt.
Warum fünf Sterne ohne Text fast nichts wert sind
Eine Bewertung mit fünf Sternen und ohne Worte sagt einer Maschine: Jemand war zufrieden. Mehr nicht.
Eine Bewertung, in der steht „Herr Mustermann hat unser Treppenhaus in Musterstadt gestrichen, sauber gearbeitet, Termin gehalten“, sagt derselben Maschine: Dieser Betrieb erbringt Malerarbeiten. In Musterstadt. Mit einem konkreten Ergebnis.
Das ist ein Beleg, den eine KI zitieren kann. Der erste ist keiner.
Bei unseren Prüfungen messen wir deshalb gesondert, wie viele Bewertungstexte die Leistung nennen und wie viele den Ort. Die Ergebnisse:
| Betrieb | Bewertungen | nennen die Leistung | nennen den Ort |
|---|---|---|---|
| Malerbetrieb | 4 | 0 | 0 |
| Metallbau | 5 | 0 | 0 |
| Kanzlei | 31 | 4 | 0 |
Vierzig Bewertungen zusammengenommen, und in keiner einzigen stand der Ortsname. Das ist keine Nachlässigkeit der Kunden – es ist eine Frage, die niemand gestellt hat.
Wie man um eine Bewertung bittet, die etwas taugt
Der Unterschied zwischen einer nutzlosen und einer wertvollen Bewertung liegt in der Frage.
Die übliche Bitte: „Würden Sie uns bei Google bewerten?“ Ergebnis: fünf Sterne, kein Text, oder „Alles gut, gerne wieder.“
Die bessere Bitte: „Wenn Sie zufrieden waren, würden Sie kurz schreiben, welche Arbeit wir gemacht haben und wo? Das hilft anderen, uns zu finden.“
Der Zusatz „und wo“ ist der ganze Trick. Er ist keine Manipulation – der Kunde schreibt, was er erlebt hat. Er wird nur daran erinnert, es konkret zu schreiben.
Der richtige Zeitpunkt.
Direkt nach der abgeschlossenen Arbeit, wenn der Kunde das Ergebnis vor sich sieht. Nicht drei Wochen später per Serienmail. Am besten mit einem kurzen Link auf dem Handy, den Sie ihm zeigen können, während Sie noch da sind.
Der Bewertungslink
Google stellt für jedes Profil einen direkten Link bereit, der das Bewertungsfenster sofort öffnet. Sie finden ihn im Unternehmensprofil unter „Bewertungen“ – „Mehr Bewertungen erhalten“.
Diesen Link können Sie:
- als QR-Code auf die Rechnung drucken
- in die E-Mail-Signatur setzen
- nach Auftragsabschluss per Kurznachricht senden
- auf eine Karte drucken, die Sie beim Gehen dalassen
Jeder Schritt weniger bedeutet mehr Bewertungen. Wer erst suchen muss, wo er bewerten kann, bewertet nicht.
Auf jede Bewertung antworten
Auch auf die guten. Besonders auf die schlechten.
Eine Antwort zeigt zweierlei: dem nächsten Leser, dass hier jemand zuhört – und Google, dass das Profil aktiv gepflegt wird. Bei den geprüften Betrieben lag die Antwortquote meist bei null. Eine Kanzlei hatte auf eine von einunddreißig Bewertungen geantwortet.
Bei einer schlechten Bewertung gilt: sachlich bleiben, den Sachverhalt kurz schildern, ein Gespräch anbieten. Sie schreiben nicht für den Verfasser. Sie schreiben für die vielen Menschen, die diese Bewertung später lesen.
Und nutzen Sie die Antwort, um zu ergänzen, was in der Bewertung fehlt: „Vielen Dank – wir freuen uns, dass die Fassadensanierung in Musterstadt zu Ihrer Zufriedenheit gelaufen ist.“ Damit stehen Leistung und Ort im Text, auch wenn der Kunde sie nicht genannt hat.
Was Sie nicht tun sollten
Bewertungen kaufen. Google erkennt Muster – viele Bewertungen in kurzer Zeit, ähnliche Formulierungen, Konten ohne Verlauf. Die Folge reicht von Löschung bis zur Sperre des Profils.
Nur zufriedene Kunden fragen. Das ist in mehreren Ländern rechtlich heikel und wird von Google ausdrücklich untersagt. Fragen Sie alle.
Mitarbeiter bewerten lassen. Fällt auf und wirkt peinlich.
Auf schlechte Bewertungen streiten. Der Ton der Antwort wird stärker gelesen als der Inhalt der Kritik.
Was wir bei echten Prüfungen finden
Befunde aus unseren Prüfungen
Die letzte Zeile ist die interessanteste. Sie beschreibt keinen Fehler, sondern eine ungenutzte Möglichkeit, die praktisch jeden Betrieb betrifft.
Was diese Woche geht
- Bewertungslink holen und als Lesezeichen speichern. Fünf Minuten.
- Auf alle offenen Bewertungen antworten – und dabei Leistung und Ort unterbringen. Eine halbe Stunde.
- Die Frage ändern. Ab dem nächsten Auftrag: „welche Arbeit und wo“. Kostet nichts.
- Die Kunden der letzten drei Aufträge fragen – alle, nicht nur die, bei denen Sie sicher sind.
Bewertungen wachsen langsam, aber sie verschwinden nie. Zehn gute Texte mit Ort und Leistung sind ein Fundament, das jahrelang trägt.
Der Check prüft das für Sie
Was steht in Ihren Bewertungen?
Der Check liest bis zu vierzig Bewertungstexte, zählt, wie viele Leistung und Ort nennen, misst Ihre Antwortquote und vergleicht mit dem stärksten Mitbewerber.