Backlinks sind der Baustein mit dem schlechtesten Ruf, und der Ruf ist verdient. Zwanzig Jahre lang wurde damit betrogen: gekaufte Links, Linktauschringe, automatisch erzeugte Verzeichnisse. Google hat dagegen aufgerüstet, und ein gekauftes Linkprofil kann heute mehr schaden, als es je genützt hat.
Trotzdem bleibt der Baustein wichtig: In der organischen Google-Suche trägt er 29 Prozent, in der KI-Suche 15 und in der Karte 9. Für lokale Betriebe geht es dabei nicht um Masse, sondern um wenige, echte Verweise aus der Region.
Vier Dinge, die Google an einem Verweis bewertet
Wer verlinkt. Ein Verweis von der Handwerkskammer wiegt mehr als hundert von unbekannten Seiten. Google schätzt jede Domain nach ihrem eigenen Ansehen ein – je etablierter die verlinkende Seite, desto mehr überträgt sich.
Wie viele verschiedene. Fünfzig Verweise von einer einzigen Seite sind weniger wert als fünf von fünf verschiedenen. Gezählt wird die Zahl der verweisenden Domains, nicht die Zahl der Links.
Woher. Für einen lokalen Betrieb sind regionale Verweise am wertvollsten – der Sportverein, der Sie als Sponsor nennt, die Gemeinde, das lokale Nachrichtenportal. Sie bestätigen nicht nur, dass es Sie gibt, sondern auch, wo.
Mit welchen Worten. Das ist der Punkt, den fast alle übersehen.
Der verlinkte Text ist die eigentliche Botschaft
Wenn eine Seite auf Sie verlinkt, steht dort ein anklickbarer Text. Dieser Text sagt Google, wofür Sie zuständig sind.
| Verlinkter Text | Was Google daraus liest |
|---|---|
| hier | nichts |
| www.beispiel-firma.de | die Adresse, sonst nichts |
| Beispiel Firma GmbH | ein Firmenname |
| Maler in Musterstadt | eine Leistung und ein Ort |
Nur die letzte Variante trägt Bedeutung. Und genau die fehlt fast immer.
Bei allen zehn Betrieben, die wir zuletzt geprüft haben, lag der Anteil der Verweise, die Leistung oder Ort im Text tragen, bei null Prozent. Nicht niedrig – null. Alle Verweise trugen entweder den Firmennamen oder die nackte Adresse.
Das ist die konkreteste Stellschraube dieses Bausteins.
Wenn Sie beim nächsten Sponsoring, beim Innungseintrag oder beim Partnerlink gefragt werden, wie Sie verlinkt werden möchten, antworten Sie nicht mit dem Firmennamen. Antworten Sie mit „Maler in Musterstadt“ oder „Metallbau Musterstadt“. Das kostet nichts und wirkt sofort.
Woher gute Verweise kommen
Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder eine Kanzlei sind das die realistischen Quellen:
- Innungen und Kammern. Fast jede führt ein Mitgliederverzeichnis mit Verlinkung. Prüfen Sie, ob Sie darin stehen.
- Vereine, die Sie sponsern. Wer ein Trikot bezahlt, darf um eine Verlinkung mit vernünftigem Text bitten.
- Lieferanten und Hersteller. Viele führen Händler- oder Partnerlisten.
- Regionale Nachrichtenportale. Ein Bericht über eine Baumaßnahme, ein Firmenjubiläum, eine Ausbildungsstelle.
- Kooperationspartner. Der Elektriker, mit dem Sie regelmäßig arbeiten, verlinkt auf Sie – und Sie auf ihn.
- Berufsverbände und Fachportale Ihrer Branche.
Alle diese Verweise haben eines gemeinsam: Sie entstehen aus echten Beziehungen. Das ist keine Optimierung, sondern die digitale Abbildung dessen, was ohnehin da ist.
Was schadet
Es gibt Verweise, die messbar schaden. In unserem Check prüfen wir das gesondert, und die Ergebnisse sind gelegentlich unangenehm.
Linkfarmen. Seiten, die nichts tun, außer zu verlinken. Oft an Endungen erkennbar, die kaum jemand freiwillig wählt, oder an Namen aus zufälligen Zeichenfolgen. Bei einem geprüften Betrieb kamen zehn von zwanzig verweisenden Domains aus dieser Kategorie.
Themenfremde Massenverweise. Ein Malerbetrieb, auf den plötzlich hundert Glücksspielseiten verlinken, hat kein Glück gehabt, sondern ein Problem.
Gekaufte Links. Google erkennt die typischen Muster inzwischen zuverlässig. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Tote Verweise. Links, die auf Seiten zeigen, die es nicht mehr gibt. Sie schaden nicht direkt, verschenken aber Kraft.
Wer feststellt, dass ein schädliches Profil vorliegt, kann einzelne Domains bei Google für ungültig erklären lassen. Das ist ein Werkzeug für den Notfall, kein Bestandteil normaler Arbeit.
Der Vergleich mit dem Wettbewerb ist entscheidend
Eine absolute Zahl sagt wenig. Fünfzig verweisende Domains sind viel für einen Dorfhandwerker und wenig für eine Kanzlei in Musterstadt.
Deshalb messen wir immer gegen die drei Betriebe, die bei Ihrer wichtigsten Suche vorne stehen. Erst dieser Vergleich zeigt, ob Handlungsbedarf besteht.
Aus echten Prüfungen:
| Betrieb | Eigene verweisende Domains | Mittel der ersten drei |
|---|---|---|
| Malerfachbetrieb, Kleinstadt | 39 | 39 |
| Metallbau, Musterstadt | 21 | 8.950 |
| Kanzlei, Musterstadt | 86 | 4.047 |
Der Malerbetrieb liegt im Mittel seines Wettbewerbs – hier ist wenig zu holen. Der Metallbauer und die Kanzlei stehen in einem Umfeld, in dem Verlinkungen über Jahre aufgebaut wurden. Dort ist der Rückstand nicht in einem Quartal aufzuholen – und andere Bausteine bringen schneller Ergebnisse.
Was das für Sie heißt
Backlinks sind der langsamste der sechs Bausteine. Sie lassen sich nicht in einer Stunde verbessern, und wer es versucht, richtet meist Schaden an.
Die vernünftige Reihenfolge:
- Prüfen, ob Schädliches im Profil ist. Das ist der einzige Teil mit Dringlichkeit.
- Bestehende Verweise verbessern. Wo Sie ohnehin verlinkt sind – Innung, Verein, Partner – um besseren Linktext bitten.
- Drei bis fünf neue regionale Verweise über zwölf Monate aufbauen. Nicht mehr.
- Die anderen Bausteine zuerst erledigen. Website und Verzeichnisse bringen in derselben Zeit ein Vielfaches.
Vorsicht bei Angeboten.
Wenn Ihnen jemand fünfhundert Backlinks für hundertneunzig Euro anbietet, kaufen Sie sich ein Problem. Diese Links kommen aus genau den Netzwerken, die Google abstraft. Der Aufwand, sie wieder loszuwerden, ist größer als der Aufwand, es von Anfang an richtig zu machen.
Der Check prüft das für Sie
Wie sieht Ihr Linkprofil aus?
Der Check zählt Ihre verweisenden Domains, vergleicht sie mit dem Wettbewerb, liest die verlinkten Texte aus und meldet Verweise aus Linkfarmen.