Wer sonst noch von Ihnen spricht
Ein Verweis von einer anderen Website ist eine Empfehlung. Google zählt sie – aber es zählt nicht, wie viele es sind, sondern wer sie ausspricht und mit welchen Worten.
Was dieser Baustein wiegt
Der einzige Baustein, der in beiden Welten gleich wiegt. Und der einzige, den andere für Sie setzen müssen.
Alle sechs im VergleichBacklinks sind der Baustein mit dem schlechtesten Ruf, und der Ruf ist verdient. Zwanzig Jahre lang wurde damit betrogen: gekaufte Links, Linktauschringe, automatisch erzeugte Verzeichnisse. Google hat dagegen aufgerüstet, und heute schadet ein schlechtes Linkprofil mehr, als ein gutes nützt.
Trotzdem bleibt der Baustein wichtig: fünfzehn Prozent Gewicht, sowohl für Google als auch für die KI-Suche. Für lokale Betriebe geht es dabei nicht um Masse, sondern um wenige, echte Verweise aus der Region.
Vier Dinge, die Google an einem Verweis bewertet
Wer verlinkt. Ein Verweis von der Handwerkskammer wiegt mehr als hundert von unbekannten Seiten. Google schätzt jede Domain nach ihrem eigenen Ansehen ein - je etablierter die verlinkende Seite, desto mehr überträgt sich.
Wie viele verschiedene. Fünfzig Verweise von einer einzigen Seite sind weniger wert als fünf von fünf verschiedenen. Gezählt wird die Zahl der verweisenden Domains, nicht die Zahl der Links.
Woher. Für einen lokalen Betrieb sind regionale Verweise am wertvollsten - der Sportverein, der Sie als Sponsor nennt, die Gemeinde, das lokale Nachrichtenportal. Sie bestätigen nicht nur, dass es Sie gibt, sondern auch, wo.
Mit welchen Worten. Das ist der Punkt, den fast alle übersehen.
Der verlinkte Text ist die eigentliche Botschaft
Wenn eine Seite auf Sie verlinkt, steht dort ein anklickbarer Text. Dieser Text sagt Google, wofür Sie zuständig sind.
| Verlinkter Text | Was Google daraus liest |
|---|---|
| hier | nichts |
| www.beispiel-firma.de | die Adresse, sonst nichts |
| Beispiel Firma GmbH | ein Firmenname |
| Maler in Neumarkt | eine Leistung und ein Ort |
Nur die letzte Variante trägt Bedeutung. Und genau die fehlt fast immer.
Bei allen zehn Betrieben, die wir zuletzt geprüft haben, lag der Anteil der Verweise, die Leistung oder Ort im Text tragen, bei null Prozent. Nicht niedrig - null. Alle Verweise trugen entweder den Firmennamen oder die nackte Adresse.
Das ist die konkreteste Stellschraube dieses Bausteins. Wenn Sie beim nächsten Sponsoring, beim Innungseintrag oder beim Partnerlink gefragt werden, wie Sie verlinkt werden möchten, antworten Sie nicht mit dem Firmennamen. Antworten Sie mit "Maler in Neumarkt" oder "Metallbau München". Das kostet nichts und wirkt sofort.
Woher gute Verweise kommen
Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder eine Kanzlei sind das die realistischen Quellen:
- Innungen und Kammern. Fast jede führt ein Mitgliederverzeichnis mit Verlinkung. Prüfen Sie, ob Sie darin stehen.
- Vereine, die Sie sponsern. Wer ein Trikot bezahlt, darf um eine Verlinkung mit vernünftigem Text bitten.
- Lieferanten und Hersteller. Viele führen Händler- oder Partnerlisten.
- Regionale Nachrichtenportale. Ein Bericht über eine Baumaßnahme, ein Firmenjubiläum, eine Ausbildungsstelle.
- Kooperationspartner. Der Elektriker, mit dem Sie regelmäßig arbeiten, verlinkt auf Sie - und Sie auf ihn.
- Berufsverbände und Fachportale Ihrer Branche.
Alle diese Verweise haben eines gemeinsam: Sie entstehen aus echten Beziehungen. Das ist keine Optimierung, sondern die digitale Abbildung dessen, was ohnehin da ist.
Was schadet
Es gibt Verweise, die messbar schaden. In unserem Check prüfen wir das gesondert, und die Ergebnisse sind gelegentlich unangenehm.
Linkfarmen. Seiten, die nichts tun, außer zu verlinken. Oft an Endungen erkennbar, die kaum jemand freiwillig wählt, oder an Namen aus zufälligen Zeichenfolgen. Bei einem geprüften Betrieb kamen zehn von zwanzig verweisenden Domains aus dieser Kategorie.
Themenfremde Massenverweise. Ein Malerbetrieb, auf den plötzlich hundert Glücksspielseiten verlinken, hat kein Glück gehabt, sondern ein Problem.
Gekaufte Links. Google erkennt die typischen Muster inzwischen zuverlässig. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Tote Verweise. Links, die auf Seiten zeigen, die es nicht mehr gibt. Sie schaden nicht direkt, verschenken aber Kraft.
Wer feststellt, dass ein schädliches Profil vorliegt, kann einzelne Domains bei Google für ungültig erklären lassen. Das ist ein Werkzeug für den Notfall, kein Bestandteil normaler Arbeit.
Der Vergleich mit dem Wettbewerb ist entscheidend
Eine absolute Zahl sagt wenig. Fünfzig verweisende Domains sind viel für einen Dorfhandwerker und wenig für eine Kanzlei in München.
Deshalb messen wir immer gegen die drei Betriebe, die bei Ihrer wichtigsten Suche vorne stehen. Erst dieser Vergleich zeigt, ob Handlungsbedarf besteht.
Aus echten Prüfungen:
| Betrieb | Eigene verweisende Domains | Mittel der ersten drei |
|---|---|---|
| Malerfachbetrieb, Kleinstadt | 39 | 39 |
| Metallbau, München | 21 | 8.950 |
| Kanzlei, München | 86 | 4.047 |
Der Malerbetrieb liegt im Mittel seines Wettbewerbs - hier ist wenig zu holen. Der Metallbauer und die Kanzlei stehen in einem Umfeld, in dem Verlinkungen über Jahre aufgebaut wurden. Dort ist der Rückstand nicht in einem Quartal aufzuholen - und andere Bausteine bringen schneller Ergebnisse.
Was das für Sie heißt
Backlinks sind der langsamste der sechs Bausteine. Sie lassen sich nicht in einer Stunde verbessern, und wer es versucht, richtet meist Schaden an.
Die vernünftige Reihenfolge:
- Prüfen, ob Schädliches im Profil ist. Das ist der einzige Teil mit Dringlichkeit.
- Bestehende Verweise verbessern. Wo Sie ohnehin verlinkt sind - Innung, Verein, Partner - um besseren Linktext bitten.
- Drei bis fünf neue regionale Verweise über zwölf Monate aufbauen. Nicht mehr.
- Die anderen Bausteine zuerst erledigen. Website und Verzeichnisse bringen in derselben Zeit ein Vielfaches.
! Vorsicht bei Angeboten. Wenn Ihnen jemand fünfhundert Backlinks für hundertneunzig Euro anbietet, kaufen Sie sich ein Problem. Diese Links kommen aus genau den Netzwerken, die Google abstraft. Der Aufwand, sie wieder loszuwerden, ist größer als der Aufwand, es von Anfang an richtig zu machen.
Wie sieht Ihr Linkprofil aus?
Der Check zählt Ihre verweisenden Domains, vergleicht sie mit dem Wettbewerb, liest die verlinkten Texte aus und meldet Verweise aus Linkfarmen.
Häufige Fragen zu Backlinks
Wie viele Backlinks brauche ich?
Es gibt keine Zahl. Entscheidend ist der Vergleich mit den Anbietern, die vor Ihnen stehen. Wer bei Ihrem wichtigsten Suchbegriff auf Platz eins liegt und vierzig verweisende Domains hat, zeigt Ihnen die Größenordnung. Bei lokalen Suchbegriffen sind das oft überraschend wenige.
Kann ich Backlinks kaufen?
Können ja, sollten nein. Gekaufte Links aus Linknetzwerken sind für Google erkennbar und können den ganzen Auftritt beschädigen. Der Schaden ist schwer rückgängig zu machen, der Nutzen kurzlebig.
Was ist ein guter Backlink für einen lokalen Betrieb?
Einer, der aus dem eigenen Umfeld kommt: die Innung, der Sportverein als Sponsor, die Lieferantenseite mit Händlerverzeichnis, die Lokalzeitung, die Handwerkskammer, ein Partnerbetrieb. Solche Links sind schwer zu bekommen und genau deshalb wertvoll.
Zählt der Ankertext wirklich so stark?
Er ist ein deutliches Signal, aber kein Hebel zum Übertreiben. Ein natürliches Bild besteht aus einer Mischung: Firmenname, nackte Adresse, generische Wörter wie "hier" - und dazwischen einige Links mit Leistung und Ort. Wenn dreißig von vierzig Links denselben Suchbegriff tragen, sieht das gebaut aus.
Bringen Links aus Branchenbüchern etwas?
Sie sind eher Bestätigungssignal als Empfehlung, zählen für die Verzeichnis-Sichtbarkeit und nicht doppelt als starker Backlink. Nützlich, aber kein Ersatz für echte Verweise.
Wie lange dauert es, bis ein Link wirkt?
Bis Google ihn kennt, meist Tage bis Wochen. Bis sich das in Platzierungen zeigt, deutlich länger. Backlinkarbeit ist die langsamste der sechs Baustellen - und deshalb die, mit der man früh anfangen sollte.
Schaden schlechte Links, die ich nicht gesetzt habe?
In den allermeisten Fällen nicht. Google ignoriert offensichtlichen Müll einfach. Nur wenn ein größeres Muster erkennbar ist, lohnt es, sich damit zu beschäftigen. Für einen lokalen Betrieb ist das selten ein Thema.
Was sind Backlinks einfach erklärt?
Ein Backlink ist ein Verweis von einer fremden Website auf Ihre. Für eine Suchmaschine ist er das, was eine Empfehlung für einen Menschen ist: ein Hinweis, dass jemand anderes Ihre Seite für nennenswert hält. Je glaubwürdiger die verweisende Seite, desto mehr zählt der Verweis.
Wie bekomme ich Backlinks für ein lokales Unternehmen?
Aus dem eigenen Umfeld, nicht aus dem Netz allgemein: Innung und Handwerkskammer, der Verein, den Sie sponsern, Lieferanten mit Händlerverzeichnis, die Lokalzeitung, Partnerbetriebe, mit denen Sie zusammenarbeiten, Lieferantenlisten von Herstellern. Fünf solche Verweise sind mehr wert als fünfzig aus Verzeichnissen.
Was ist ein Ankertext?
Der sichtbare, anklickbare Text eines Verweises. Steht dort "hier", weiß Google nur, dass jemand auf Sie verlinkt. Steht dort Ihre Leistung mit Ihrem Ort, weiß Google zusätzlich, wofür. Das ist der Unterschied zwischen einem Verweis, der Vertrauen bringt, und einem, der auch Sichtbarkeit bringt.
Wie viele Backlinks braucht eine lokale Website?
Es gibt keine Zielzahl. Maßgeblich ist der Vergleich mit den Anbietern, die bei Ihrem wichtigsten Suchbegriff vor Ihnen stehen. Bei lokalen Begriffen sind das oft überraschend wenige - zwanzig bis vierzig verweisende Domains reichen in vielen Branchen für die Spitze.
Was ist der Unterschied zwischen Dofollow und Nofollow?
Ein Verweis mit der Kennzeichnung "nofollow" sagt Suchmaschinen: Diesem Link bitte kein Gewicht geben. Das setzen Portale, Foren und soziale Netzwerke standardmäßig. "Dofollow" ist der Normalfall ohne Kennzeichnung. Für die Sichtbarkeit zählen vor allem Dofollow-Verweise - ein natürliches Profil enthält aber beides.
Sind gekaufte Backlinks gefährlich?
Ja. Gekaufte Links aus Linknetzwerken sind für Google an ihren Mustern erkennbar und können den gesamten Auftritt beschädigen. Der Schaden ist schwer rückgängig zu machen, der Nutzen kurzlebig. Bei lokalen Suchbegriffen kommen Sie mit ehrlicher Arbeit ohnehin schneller ans Ziel.
Wie prüfe ich meine Backlinks?
Über die Google Search Console für die eigene Seite - dort steht unter "Links", wer auf Sie verweist. Für den Vergleich mit Wettbewerbern brauchen Sie ein Werkzeug mit eigenem Index; der Bericht auf dieser Seite liefert genau diesen Vergleich mit den drei stärksten Anbietern an Ihrem Ort.
Wie dieser Baustein mit den anderen zusammenhängt
Backlinks sind der langsamste der sechs Bausteine und der einzige, den Sie nicht selbst setzen können. Andere müssen es tun. Deshalb ist er auch der, den die übrigen fünf vorbereiten.
Es beginnt bei Ihrer Website: Niemand verlinkt auf eine Seite, auf der nichts steht. Ein Betrieb mit fünf ordentlichen Leistungsseiten bekommt Verweise, ein einseitiger Auftritt mit einer Bildergalerie nicht.
Der Ankertext hängt an derselben Stelle. Wenn Ihre Seitentitel Leistung und Ort nennen, übernehmen Verlinkende diese Formulierung meist von allein - und Sie bekommen genau die Ankertexte, die zählen, ohne darum zu bitten.
Das Google-Unternehmensprofil und die Branchenbücher sorgen dafür, dass ein neuer Link eindeutig Ihnen zugeordnet wird. Wenn drei Quellen denselben Firmennamen an derselben Adresse nennen, weiß Google, wem der Verweis gilt.
Auch die sozialen Medien spielen hier hinein - nicht als starke Links, sondern als Weg: Wer sichtbar ist, wird eher erwähnt. Und zufriedene Kunden, die Ihnen eine Bewertung schreiben, sind dieselben Menschen, die Sie in einem Forum oder auf einer Vereinsseite empfehlen.
Anfangen sollten Sie hier trotzdem zuletzt - aber nicht zu spät. Was heute gesetzt wird, wirkt in einem halben Jahr.