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Warum eine Sammelseite für kein Thema rankt

· von Daniel Götz

Das Wichtigste in Kürze

  • Suchmaschinen ordnen einzelne Seiten zu, nicht ganze Websites. Je eindeutiger eine Seite ist, desto klarer fällt die Zuordnung aus.
  • Eine Sammelseite „Leistungen" mit acht Absätzen ist für keinen der acht Begriffe eindeutig – und rankt deshalb für keinen richtig.
  • Acht Seiten mit je vierhundert Wörtern schlagen eine Sammelseite mit zweitausend.
  • Auf jede Leistungsseite gehören Ablauf, Dauer, Preisrahmen, Bilder echter Arbeiten und ein Kontaktweg.

Fast jede Handwerkerseite hat sie: eine Seite mit der Überschrift "Leistungen" und darunter eine Liste. Malerarbeiten, Fassadensanierung, Bodenbeläge, Trockenbau. Je ein Satz, manchmal ein Bild.

Für Google ist das eine Seite zu vier Themen - und damit für kein einziges davon die beste Antwort.

Der Denkfehler

Wer bei "fassadensanierung musterstadt" sucht, will eine Seite über Fassadensanierung. Nicht eine Seite, auf der Fassadensanierung als dritter Punkt einer Liste vorkommt.

Google vergleicht Ihre Seite mit denen der Wettbewerber. Wenn dort eine vollständige Seite über Fassadensanierung steht - mit Ablauf, Materialien, Preisrahmen, Bildern - und bei Ihnen ein Listenpunkt, ist die Entscheidung gefallen.

Was in unseren Prüfungen herauskommt

Bei sieben von zehn geprüften Betrieben fanden wir weniger als drei eigene Leistungsseiten. Ein Metallbaubetrieb hatte null - alles stand auf der Startseite.

Gleichzeitig zeigt die Messung, dass diese Betriebe für ihre Nebenleistungen gar nicht ranken. Nicht schlecht - gar nicht.

Wie eine gute Leistungsseite aufgebaut ist

Fünfhundert bis achthundert Wörter genügen. Der Aufbau:

  1. Überschrift mit Leistung und Ort: "Fassadensanierung in Musterstadt"
  2. Erster Absatz, der die Frage beantwortet, mit der Menschen suchen: Wann braucht man das? Was kostet es ungefähr?
  3. Ablauf in Schritten: Was passiert vom Anruf bis zur Abnahme?
  4. Was dabei zu beachten ist: Untergrund, Witterung, Fördermöglichkeiten
  5. Zwei bis drei Bilder eigener Arbeiten, nicht aus der Bilddatenbank
  6. Handlungsaufruf mit Telefonnummer

Dazu ein eigener Seitentitel und eine eigene Meta-Beschreibung, beide mit Leistung und Ort.

Die Frage, die alles entscheidet

Für welche Leistung wollen Sie Anfragen? Genau die verdient eine eigene Seite.

Wenn Ihnen zu einer Leistung keine fünfhundert Wörter einfallen, ist es wahrscheinlich keine Leistung, mit der Sie Geld verdienen wollen. Dann bleibt sie auf der Sammelseite - und das ist völlig in Ordnung.

Drei gute Leistungsseiten sind mehr wert als zehn dünne.

Ein Nachmittag je Seite. Und danach arbeitet sie jahrelang. Fangen Sie mit der Leistung an, bei der eine einzige zusätzliche Anfrage im Monat den Aufwand rechtfertigt.

Warum eine Seite nur für eine Sache stehen kann

Suchmaschinen ordnen Seiten zu, nicht Websites. Für jede Anfrage suchen sie die eine Seite, die am besten passt – und je eindeutiger eine Seite ist, desto klarer fällt diese Entscheidung aus.

Eine Sammelseite „Leistungen" mit acht Absätzen zu acht Themen ist für keines davon eindeutig. Sie enthält zu jedem Thema zu wenig, um die beste Antwort zu sein, und zu viel, um klar zugeordnet zu werden. Sie steht deshalb für alles ein bisschen und für nichts richtig.

Acht eigene Seiten mit je vierhundert Wörtern schlagen eine Sammelseite mit zweitausend. Nicht wegen der Wortzahl, sondern wegen der Eindeutigkeit.

Was auf eine Leistungsseite gehört

ElementZweck
Titel mit Leistung und Ortbestimmt, wofür die Seite antritt
eine H1, die dasselbe sagtbestätigt es für Mensch und Maschine
300 bis 600 Wörtergenug, um die Frage tatsächlich zu beantworten
konkreter Ablaufwas passiert, in welcher Reihenfolge, wie lange
Bilder echter ArbeitenBeleg statt Behauptung
Preisrahmen oder Ausgangswertbeantwortet die häufigste stille Frage
Kontaktweg direkt auf der Seitekein Umweg über das Menü
Verweis auf verwandte Leistungenhält den Besucher im Haus

Die vorletzte Zeile ist die, die am häufigsten fehlt. Wer bis ans Ende einer Leistungsseite gelesen hat, ist bereit – und muss dann nicht erst suchen, wie er Sie erreicht.

Wie viele Leistungsseiten sind sinnvoll?

So viele, wie Sie Leistungen haben, unter denen Sie gefunden werden wollen. Für die meisten lokalen Betriebe sind das drei bis acht.

Die Auswahl trifft man am besten so: Schreiben Sie auf, was Ihre Kunden tatsächlich beauftragen, und ordnen Sie nach Umsatz. Alles, was regelmäßig vorkommt, bekommt eine Seite. Was einmal im Jahr angefragt wird, kann ein Absatz auf einer verwandten Seite bleiben.

Was Sie nicht tun sollten: für jede denkbare Wortkombination eine eigene Seite anlegen. Zwanzig dünne Seiten, die sich gegenseitig ähneln, sind schlechter als fünf gute – sie konkurrieren miteinander und keine wird stark.

Der Umbau, Schritt für Schritt

  1. Bestandsaufnahme: Welche Leistungen haben heute keine eigene Seite?
  2. Reihenfolge festlegen nach Umsatz oder Wunschgeschäft.
  3. Je Seite den Suchbegriff bestimmen, unter dem sie antreten soll.
  4. Schreiben. Nicht länger als nötig, aber konkret: Ablauf, Dauer,

Preisrahmen, ein Beispiel.

  1. Verlinken: von der Startseite auf jede Leistungsseite, mit der Leistung

im Linktext – nicht mit „mehr".

  1. Die alte Sammelseite entweder zur Übersicht mit Links umbauen oder

auflösen und weiterleiten.

Was mit der alten Sammelseite geschieht

Wenn aus einer Seite fünf werden, bleibt die Frage: Was passiert mit der alten?

Löschen Sie sie nicht. Sie hat in der Regel die meisten Verweise von außen und die längste Geschichte bei Google – beides würden Sie wegwerfen. Machen Sie stattdessen eine Übersichtsseite daraus. Sie behält ihre Adresse, verliert die inhaltliche Tiefe zu den einzelnen Leistungen und bekommt dafür je Leistung einen Absatz mit drei bis vier Sätzen und einem Verweis auf die neue Unterseite.

Das hat zwei Wirkungen. Der Suchende bekommt eine Landkarte statt einer Materialsammlung. Und jede neue Unterseite bekommt von Anfang an einen internen Verweis von einer Seite, die Google bereits kennt – das ist der schnellste Weg, damit sie überhaupt gelesen wird.

Anders liegt der Fall, wenn Ihre alte Seite nur eine einzige Leistung behandelte und Sie diese jetzt auf eine neue Adresse verschieben. Dann richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung ein – im Fachjargon eine 301. Sie gibt die gesammelte Wertigkeit an die neue Adresse weiter. Ohne sie fangen Sie bei null an, und wer den alten Link noch irgendwo stehen hat, landet auf einer Fehlerseite.

Eine Regel dazu: Leiten Sie immer auf die inhaltlich passende Seite weiter, nie pauschal auf die Startseite. Google wertet eine Weiterleitung, die inhaltlich ins Leere führt, wie einen Fehler – und der Besucher erlebt sie genauso.

Häufige Fragen zu Leistungsseiten

Wie lang muss eine Leistungsseite sein?

Drei- bis sechshundert Wörter reichen für die meisten lokalen Leistungen. Länger darf sie sein, wenn es etwas zu erklären gibt. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob die Seite die Frage des Besuchers vollständig beantwortet.

Kann ich für jede Stadt eine eigene Seite anlegen?

Technisch ja, sinnvoll meist nein. Zehn fast gleiche Seiten, bei denen nur der Ortsname wechselt, erkennt Google als das, was sie sind. Eine Seite je Leistung mit klarer Ortsangabe und einem Abschnitt zum Einzugsgebiet wirkt besser – und macht weniger Arbeit.

Was ist der Unterschied zwischen Leistungsseite und Landingpage?

Eine Leistungsseite ist ein dauerhafter Teil Ihrer Website und für die Suche gebaut. Eine Landingpage ist meist ein Ziel für bezahlte Anzeigen, oft ohne Menü, auf eine einzige Handlung ausgelegt. Für die organische Sichtbarkeit zählt die Leistungsseite.

Soll die Startseite alle Leistungen nennen?

Kurz erwähnen ja, ausführlich beschreiben nein. Die Startseite ist der Wegweiser: Sie nennt die Leistungen mit einem Satz und verlinkt auf die jeweilige Seite. Ihre eigene Aufgabe ist es, unter Firmenname und Hauptleistung gefunden zu werden.

Wirken sich Leistungsseiten auch auf die KI-Suche aus?

Ja, und dort besonders. Ein KI-System sucht zusammenhängenden Text, der eine Leistung mit einem Ort verbindet. Eine eigene Seite je Leistung liefert genau das – eine Sammelseite liefert Aufzählungen ohne Zusammenhang.

Was ist eine Leistungsseite?

Eine eigene Unterseite Ihrer Website, die genau eine Leistung beschreibt – mit Ablauf, Dauer, Preisrahmen und Beispielen. Sie ist der Ort, an dem Ihre Website eine bestimmte Suchanfrage vollständig beantwortet.

Wie viele Leistungsseiten braucht ein lokaler Betrieb?

Drei bis acht, je nachdem, unter wie vielen Leistungen Sie gefunden werden wollen. Nehmen Sie das, was Ihre Kunden tatsächlich regelmäßig beauftragen – nicht die vollständige Liste dessen, was Sie könnten.

Soll ich eine Übersichtsseite „Leistungen" behalten?

Ja, aber als Wegweiser: mit einem Satz je Leistung und einem Verweis auf die jeweilige Seite. Was sie nicht mehr sein sollte, ist der Ort, an dem alle Leistungen ausführlich beschrieben werden.

Wie lang muss eine Leistungsseite sein?

So lang, dass sie die Frage beantwortet, mit der jemand kommt. Bei einer klar umrissenen Leistung sind das oft dreihundert bis fünfhundert Wörter, bei einer erklärungsbedürftigen deutlich mehr. Eine Mindestlänge gibt es nicht – wohl aber eine Untergrenze, unterhalb derer die Seite nichts sagt: Zwei Sätze und ein Bild sind keine Seite, sondern eine Überschrift.

Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt

Leistungsseiten gehören zum Baustein Website – dem schwersten in beiden Welten. Sie sind dort der Punkt, der am meisten Arbeit macht und am längsten wirkt.

Und sie sind die Grundlage für zwei weitere Bausteine. Ein Ankertext mit Leistung und Ort braucht eine Zielseite, die das Versprechen einlöst. Und ein KI-System, das einen Betrieb empfehlen soll, sucht zusammenhängenden Text zu genau dieser Leistung an genau diesem Ort. Beides liefert nur eine eigene Seite.

Zum Abhaken

  • Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite
  • Je Seite genau ein Suchbegriff festgelegt
  • 300 bis 600 Wörter mit Ablauf, Dauer und Preisrahmen
  • Bilder echter Arbeiten statt Symbolbilder
  • Kontaktweg direkt auf der Leistungsseite
  • Von der Startseite mit der Leistung im Linktext verlinkt

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Daniel Götz

Geschrieben von

Daniel Götz

Ich prüfe lokale Betriebe auf ihre Sichtbarkeit - Handwerk, Praxen, Kanzleien. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus Berichten, die dieser Check tatsächlich erstellt hat, nicht aus einer Studie.

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