Es gibt auf einer Website keine Zeile, die für Suchmaschinen mehr wiegt als der Seitentitel. Und es gibt keine, die häufiger vergeudet wird.
Der Seitentitel steht nicht auf der Seite. Er steht im Quelltext, erscheint im Browser-Tab – und ist die blaue Überschrift, auf die jemand bei Google klickt. Beide Rollen zählen: Er entscheidet mit über die Position, und er entscheidet darüber, ob geklickt wird, wenn die Position erreicht ist.
Was wir in echten Prüfungen finden
Bei den letzten zehn Berichten, die wir für Handwerksbetriebe, Praxen und eine Kanzlei erstellt haben, stand fünfmal kein Ortsname im Titel. Zwei Beispiele im Wortlaut:
- Startseite – Musterbetrieb Metallbau GmbH (Metallbaubetrieb, Musterstadt)
- Rechtsberatung Musterstadt | Kanzlei | Musterstadt (Kanzlei, Musterstadt)
Der erste verschenkt die Hälfte: Das Wort „Metallbau“ kommt vor, aber erst hinter „Startseite“, und „Musterstadt“ fehlt ganz. Dabei suchen im Monat 390 Menschen nach „metallbau musterstadt“.
Der zweite macht den umgekehrten Fehler: Er nennt den Ort zweimal und wirkt dadurch wie eine Aufzählung von Suchbegriffen. Google mag das nicht, und Menschen auch nicht.
Wie ein guter Titel gebaut ist
Drei Bestandteile, in dieser Reihenfolge:
- Was Sie anbieten – das Wort, nach dem gesucht wird
- Wo – Ihr Ort, so wie er gesucht wird
- Wer Sie sind – Ihr Name
Also: Metallbau Musterstadt – Schlosserei Musterbetrieb. Oder: Maler Musterstadt – Malerfachbetrieb Mustermann.
Fünfzig bis sechzig Zeichen sind die richtige Länge. Google schneidet längere Titel in der Anzeige ab – der Rest wird zwar gelesen, aber nicht mehr gezeigt.
Der Test, der zehn Sekunden dauert
Öffnen Sie Ihre Startseite. Schauen Sie auf den Browser-Tab. Was steht dort?
Wenn dort „Startseite“, „Home“, „Willkommen“ oder nur Ihr Firmenname steht, haben Sie in den nächsten zehn Minuten die wirksamste Änderung vor sich, die an Ihrer Website möglich ist.
Jede Seite braucht ihren eigenen
Ein Fehler, der seltener auffällt: Manche Baukästen setzen auf allen Seiten denselben Titel. Dann konkurrieren Ihre eigenen Seiten miteinander, und Google weiß nicht, welche es zeigen soll.
Jede Seite bekommt ihren eigenen Titel, der ihr Thema trägt:
- Startseite: Maler Musterstadt – Malerfachbetrieb Mustermann
- Leistungsseite: Fassadensanierung Musterstadt – Malerfachbetrieb Mustermann
- Kontakt: Kontakt – Malerfachbetrieb Mustermann Musterstadt
Was der Titel nicht kann
Er macht aus einer dünnen Seite keine gute. Wenn im Titel „Fassadensanierung Musterstadt“ steht und auf der Seite nur zwei Sätze über Fassaden, merkt Google das – und rankt Sie trotzdem nicht.
Der Titel ist das Versprechen. Der Text muss es halten.
In zehn Minuten erledigt.
Titel der Startseite prüfen, umschreiben nach dem Muster Leistung – Ort – Name, speichern. Bei den meisten Baukästen finden Sie das Feld unter „SEO“, „Seiteneinstellungen“ oder „Meta-Angaben“.
Was der Titel im Gewicht der sechs Bausteine bedeutet
Der Seitentitel gehört zum Baustein Website. Der wiegt in der Google-Suche 40 Prozent und in der KI-Suche 28 – in beiden mehr als jeder andere. Innerhalb dieses Bausteins ist der Titel wiederum der einzelne Punkt, der am schnellsten wirkt: Er ist in zwei Minuten geändert und in wenigen Tagen im Index.
Das macht ihn zum lohnendsten ersten Handgriff überhaupt. Wer eine Website übernimmt und wissen will, wo er anfangen soll, fängt hier an – nicht beim Umbau der Startseite.
Ein Beispiel, durchgerechnet
Nehmen wir einen Malerbetrieb in einer Kreisstadt mit 40.000 Einwohnern. Der Titel seiner Startseite lautet „Willkommen bei uns“. Der Suchbegriff „maler“ plus Stadtname hat rund 320 Suchanfragen im Monat.
| vorher | nachher | |
|---|---|---|
| Titel | Willkommen bei uns | Maler [Stadt] – Malerfachbetrieb Mustermann |
| enthält die Leistung | nein | ja |
| enthält den Ort | nein | ja |
| Länge | 18 Zeichen | 47 Zeichen |
| eindeutig unter allen Seiten | nein, drei Seiten heißen so | ja |
Der Titel allein bringt keine Platzierung. Aber er ist die Voraussetzung dafür, dass die Seite bei diesem Suchbegriff überhaupt in Betracht kommt. Ohne ihn bewirbt sich die Seite um nichts.
Die vier Fehler, die wir am häufigsten sehen
Der Firmenname allein. „Mustermann GmbH“ sagt einer Maschine nur, wie Sie heißen. Danach sucht aber fast niemand – wer Sie kennt, findet Sie ohnehin. Gesucht wird nach der Leistung.
Der gleiche Titel auf allen Seiten. Das kommt bei Baukastensystemen ständig vor: Der Titel steht einmal zentral und gilt für alles. Dann konkurrieren Ihre eigenen Seiten miteinander, und Google entscheidet selbst, welche es zeigt – meist nicht die, die Sie meinen.
Zu lang. Über sechzig Zeichen wird abgeschnitten. Was hinten steht, sieht niemand. Der Firmenname gehört deshalb ans Ende, die Leistung nach vorne.
Aneinandergereihte Begriffe. „Maler Malerbetrieb Malerarbeiten Anstrich Fassade [Stadt]“ liest sich für einen Menschen wie eine Liste und für Google wie ein Versuch. Ein Titel ist ein Satzfragment, keine Aufzählung.
Schritt für Schritt
- Alle Seiten auflisten. Startseite, jede Leistungsseite, Über uns, Kontakt, Impressum. Bei den meisten Betrieben sind das sechs bis zehn.
- Je Seite den Suchbegriff festlegen. Was soll jemand eingetippt haben, damit diese Seite die richtige Antwort ist? Genau ein Begriff je Seite.
- Titel bauen nach dem Muster: Leistung + Ort + Firmenname. Unter sechzig Zeichen bleiben.
- Auf Doppelungen prüfen. Kein Titel darf zweimal vorkommen.
- Meta-Beschreibung gleich mitnehmen. Sie ist kein Rankingfaktor, aber sie entscheidet, ob jemand klickt. 150 bis 160 Zeichen, ein Nutzen, ein Anstoß zum Handeln.
Zeitaufwand für zehn Seiten: etwa eine Stunde. Danach ist der wirksamste Einzelpunkt des schwersten Bausteins erledigt.
Trennzeichen, Umlaute und andere Kleinigkeiten
Zwischen Leistung, Ort und Firmenname steht ein Trennzeichen. Welches, ist für Google gleichgültig – für den Leser nicht. Der senkrechte Strich wirkt technisch und stammt aus einer Zeit, in der man Zeichen sparen musste. Ein Gedankenstrich liest sich ruhiger. Nehmen Sie eines und bleiben Sie dabei; ein Wechsel von Seite zu Seite fällt unangenehm auf.
Umlaute gehören in den Titel, wenn sie ins Wort gehören. „Malerbüro“ schreibt man mit ü, auch wenn manche Ratgeber das Gegenteil behaupten – Google versteht beide Schreibweisen und zeigt die, die Sie hinterlegt haben. Was Sie vermeiden sollten, sind Emojis, Sternchen und Ausrufezeichen. Sie werden in der Trefferliste meistens entfernt, und wo sie stehen bleiben, wirken sie wie Werbung.
Ein letzter Punkt: Der Titel darf ruhig ein Satzfragment sein, aber er sollte sich lesen lassen. Sprechen Sie ihn einmal laut. Stolpern Sie, stolpert auch der Suchende.
Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt
Der Seitentitel gehört zum Baustein Website – 40 Prozent in der Google-Suche, 28 in der KI-Suche und 18 in der Google-Karte. Innerhalb dieses Bausteins ist er der Punkt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung: zwei Minuten Arbeit je Seite, sichtbar in wenigen Tagen.
Er wirkt aber nur zusammen mit dem, was dahinter steht. Ein Titel, der „Fassadensanierung in [Stadt]“ verspricht und auf eine Seite ohne ein Wort zu Fassaden führt, wird von Google umgeschrieben oder ignoriert. Titel und Inhalt sind ein Paar.