58 Leistungen im Profil, keine einzige mit Text
· von Daniel Götz
Das Wichtigste in Kürze
- Im Google-Unternehmensprofil kann jede einzelne Leistung einen eigenen Beschreibungstext bekommen.
- Bei den meisten Profilen ist dieses Feld leer – in einem Fall bei achtundfünfzig eingetragenen Leistungen kein einziges Mal ausgefüllt.
- Ein guter Text nennt: was genau, wo, für wen und wie der Ablauf ist. Sechzig bis achtzig Wörter genügen.
- Denselben Text können Sie in Verzeichnissen und Social-Media-Profilen weiterverwenden.
Im Google-Unternehmensprofil können Sie Ihre Leistungen einzeln eintragen. Und zu jeder einen Beschreibungstext hinterlegen.
Dieses zweite Feld ist bei neun von zehn Betrieben, die wir prüfen, leer.
Ein Fall, der das Ausmaß zeigt
Eine Musterstädter Kanzlei hatte 58 Leistungen im Profil eingetragen - Arbeitsrecht, Erbrecht, Medizinrecht, dazu Dutzende Unterpunkte. Jemand hatte sich echte Mühe gemacht.
Bei keiner einzigen stand ein Beschreibungstext.
58 Gelegenheiten, in eigenen Worten zu erklären, was man tut - und alle ungenutzt.
Warum das Feld mehr wert ist als es aussieht
Zwei Gründe:
Google liest die Texte. Sie sind ein direkter Hinweis darauf, wofür Sie zuständig sind - in Ihrer Sprache, nicht in der Kategorienliste von Google.
KI-Systeme lesen sie auch. Wer über Google-Daten arbeitet, findet dort zusammenhängenden Text mit Leistung und Ort. Genau das, was eine KI als Beleg verwerten kann.
Wie ein guter Beschreibungstext aussieht
Zwei bis drei Sätze. So, wie Sie es einem Kunden am Telefon erklären würden. Und mit dem Ort darin.
Schwach: "Wir bieten Fassadensanierung an."
Gut: "Wir sanieren Fassaden in Musterstadt und im Umkreis von dreißig Kilometern - vom Gerüst über die Reinigung bis zum letzten Anstrich. Auf Wunsch mit Wärmedämmung nach aktuellem Standard."
Der zweite Text sagt, was Sie tun, wo Sie es tun und was dazugehört. Er ist nicht länger als vier Zeilen und trotzdem dreimal so aussagekräftig.
Die richtige Reihenfolge
Sie müssen nicht alle Leistungen auf einmal beschreiben. Nehmen Sie die vier, mit denen Sie am meisten verdienen, und schreiben Sie für jede drei Sätze. Das sind zwanzig Minuten.
Den Rest ergänzen Sie, wenn Sie einmal Zeit haben. Vier gute Beschreibungen sind besser als achtundfünfzig leere Felder.
Wo Sie es finden. Google-Unternehmensprofil öffnen, "Bearbeiten", "Leistungen". Zu jeder eingetragenen Leistung gibt es ein Textfeld, das Sie antippen können.
Warum das Feld überhaupt existiert
Google hat den Dienstleistungsbereich im Unternehmensprofil eingeführt, weil Kategorien allein zu grob sind. „Malerbetrieb" sagt nichts darüber, ob jemand Fassaden saniert, Böden verlegt oder Denkmalschutzarbeiten übernimmt.
Jede Leistung kann dort einen eigenen Beschreibungstext bekommen. Dieser Text ist frei formulierbar, wird von Google gelesen und Nutzern angezeigt – und er ist bei den allermeisten Profilen leer.
Damit ist er das, was im Onlinemarketing selten vorkommt: eine kostenlose, unmittelbar verfügbare Fläche, die kaum jemand nutzt.
Was in einen guten Beschreibungstext gehört
Vier Bestandteile, in dieser Reihenfolge:
- Was genau gemacht wird. Nicht der Oberbegriff, sondern die Arbeit.
- Wo. Gemeinde und, wenn zur Einordnung nötig, die Kreisstadt.
- Für wen oder woran. Altbau, Neubau, Gewerbe, Privat.
- Was den Ablauf ausmacht. Dauer, Vorbereitung, was der Kunde beitragen
muss.
Ein Beispiel, wie es aussehen kann:
Fassadensanierung in [Stadt] und Umgebung: Reinigung, Rissbehandlung, Grundierung und zweifacher Anstrich. Wir arbeiten an Alt- und Neubauten, stellen das Gerüst selbst und rechnen nach Quadratmetern ab. Ein Reihenhaus dauert in der Regel vier bis sechs Arbeitstage.
Achtzig Wörter, in denen Leistung, Ort, Zielgruppe und Ablauf stehen. Das ist mehr belastbarer Text zu diesem Thema, als die meisten Websites auf ihrer gesamten Leistungsseite haben.
Was nicht hineingehört
Keine Werbesprache. „Ihr zuverlässiger Partner rund ums Wohnen" enthält weder eine Leistung noch einen Ort und ist für Mensch und Maschine gleichermaßen wertlos.
Keine Preise, die sich ändern. Ein Preisrahmen ist gut, eine feste Zahl wird zum Pflegefall.
Keine Telefonnummern oder Adressen. Die stehen bereits an anderer Stelle im Profil; hier wirken sie wie eine Wiederholung und werden von Google gelegentlich beanstandet.
Keine Wortlisten. Fünf Begriffe hintereinander sind kein Text.
Die Reihenfolge, wenn Sie wenig Zeit haben
Wer achtundfünfzig Leistungen im Profil stehen hat, schreibt nicht achtundfünfzig Texte. Gehen Sie stattdessen so vor:
- Die fünf umsatzstärksten Leistungen bekommen zuerst einen Text.
- Danach die drei, die Sie ausbauen wollen – also das Wunschgeschäft.
- Alles, was Sie gar nicht mehr anbieten, entfernen Sie aus der Liste.
- Der Rest kann ohne Text stehen bleiben. Ein Eintrag ohne Beschreibung
ist besser als kein Eintrag.
Zeitaufwand für die ersten acht: gut eine Stunde. Danach steht in Ihrem Profil mehr aussagekräftiger Text als bei allen Mitbewerbern an Ihrem Ort zusammen.
Wie Sie achtundfünfzig Leistungen auf ein sinnvolles Maß bringen
Wer sechzig Einträge im Profil hat, wird sie nicht alle beschreiben. Das muss er auch nicht. Der erste Schritt ist Ausmisten.
Gehen Sie die Liste durch und stellen Sie zu jedem Eintrag eine Frage: Würde jemand genau dieses Wort bei Google eingeben, wenn er Sie sucht? Bei „Malerei" lautet die Antwort ja. Bei „Beratung", „Qualität" oder „Kundenservice" lautet sie nein – das sind Eigenschaften, keine Leistungen. Die fliegen raus.
Als Nächstes fassen Sie zusammen, was dasselbe meint. „Fassadenanstrich", „Fassade streichen" und „Fassadenbeschichtung" sind drei Einträge für eine Sache. Behalten Sie den Begriff, nach dem tatsächlich gesucht wird, und streichen Sie die anderen. Welcher das ist, verrät ein Blick in die Vorschlagsliste von Google: Tippen Sie den Anfang ein und sehen Sie, was ergänzt wird.
Was übrig bleibt, sind bei einem Handwerksbetrieb erfahrungsgemäß acht bis fünfzehn echte Leistungen. Diese Zahl ist zu bewältigen: fünfzehn mal drei Minuten sind fünfundvierzig Minuten für ein vollständig beschriebenes Profil.
Ein Hinweis noch: Löschen Sie nicht alles an einem Tag und tragen Sie am nächsten neue ein. Ein Profil, das binnen Stunden die Hälfte seiner Einträge verliert und andere gewinnt, fällt auf. Arbeiten Sie in zwei, drei Sitzungen über eine Woche verteilt.
Häufige Fragen zu Leistungen im Google-Profil
Wo finde ich die Dienstleistungen im Google-Unternehmensprofil?
In der Profilverwaltung unter „Bearbeiten" im Bereich Dienstleistungen. Google schlägt anhand Ihrer Kategorie eine Liste vor; Sie können daraus auswählen und zusätzlich eigene Leistungen anlegen.
Wie viele Leistungen soll ich eintragen?
So viele, wie Sie tatsächlich anbieten – aber nur die. Eine lange Liste mit Dingen, die Sie nicht machen, führt zu Anfragen, die Sie ablehnen müssen, und verwässert das Bild Ihres Betriebs.
Wie lang darf ein Beschreibungstext sein?
Google erlaubt derzeit rund 300 Zeichen je Leistung. Nutzen Sie sie: Sechzig bis achtzig Wörter reichen, um Leistung, Ort, Zielgruppe und Ablauf unterzubringen.
Werden die Beschreibungstexte Kunden angezeigt?
Ja, im Profil unter dem jeweiligen Eintrag. Sie sind also kein reines Suchmaschinenthema, sondern werden gelesen – ein zweiter Grund, sie verständlich statt werblich zu schreiben.
Helfen die Texte auch bei der KI-Suche?
Mittelbar. Das Google-Profil selbst wiegt in der KI-Suche nur drei Prozent, weil KI-Systeme Kartendaten nicht abfragen können. Der Nutzen liegt darin, denselben Text auch in Verzeichnissen und auf der eigenen Website zu verwenden – dort wird er gelesen.
Darf ich denselben Text mehrfach verwenden?
Innerhalb des Profils sollte jede Leistung ihren eigenen Text haben, sonst entfällt der Sinn der Aufteilung. Denselben Text zusätzlich in Verzeichniseinträgen zu verwenden, ist dagegen erwünscht: Dort ist Wiederholung genau das Signal, um das es geht.
Was sind Dienstleistungen im Google-Unternehmensprofil?
Eine Liste der einzelnen Leistungen, die Ihr Betrieb anbietet – getrennt von der Kategorie und feiner als diese. Jede Leistung kann einen eigenen Beschreibungstext tragen, der im Profil angezeigt und von Google gelesen wird.
Wie trage ich eigene Leistungen ein, die Google nicht vorschlägt?
Im Bereich Dienstleistungen gibt es die Möglichkeit, eine eigene Leistung hinzuzufügen. Nutzen Sie dabei das Wort, unter dem Ihre Kunden suchen, nicht den Fachbegriff Ihrer Branche.
Wie oft muss ich die Leistungstexte pflegen?
Selten. Wenn Sie ohne feste Preise und ohne Jahreszahlen formulieren, halten die Texte jahrelang. Anzupassen ist nur, was sich tatsächlich ändert – also wenn Sie eine Leistung aufgeben oder eine neue aufnehmen.
Zeigt Google die Beschreibungstexte überhaupt an?
Nicht immer sichtbar, aber gelesen werden sie. Im Profil erscheinen sie, wenn jemand eine Leistung antippt; in der Suche fließen sie in die Entscheidung ein, ob Ihr Profil zu einer Anfrage passt. Das ist der eigentliche Zweck: Sie schreiben dort weniger für den Betrachter als für die Zuordnung.
Muss der Ort in jedem Beschreibungstext vorkommen?
Nein, und es wirkt gestelzt, wenn er zwölfmal auftaucht. Zwei- bis dreimal über alle Leistungen verteilt genügt, dort wo er inhaltlich passt.
Wie viele Zeichen hat das Beschreibungsfeld?
Google lässt derzeit rund tausend Zeichen zu. Ausschöpfen müssen Sie das nicht – drei bis fünf Sätze reichen und werden eher gelesen als ein Block, der nach zwei Zeilen abgeschnitten angezeigt wird.
Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt
Die Leistungstexte gehören zum Baustein Google-Profil. Der wiegt bei Google fünfundzwanzig Prozent und in der KI-Suche nur drei – trotzdem lohnt die Arbeit doppelt.
Denn den Text, den Sie hier einmal schreiben, verwenden Sie weiter: in den Verzeichniseinträgen, im Beschreibungsfeld der Social-Media-Profile und als Grundlage für die Leistungsseite auf der eigenen Website. Eine Stunde Schreibarbeit, die auf vier Bausteine wirkt.
Zum Abhaken
- Nur Leistungen im Profil, die tatsächlich angeboten werden
- Die fünf umsatzstärksten haben einen Beschreibungstext
- Je Text: was genau, wo, für wen, wie der Ablauf ist
- Keine Werbesprache, keine Wortlisten, keine Telefonnummern
- Rund sechzig bis achtzig Wörter je Leistung
- Derselbe Text auch in Verzeichnissen verwendet
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Geschrieben von
Daniel Götz
Ich prüfe lokale Betriebe auf ihre Sichtbarkeit - Handwerk, Praxen, Kanzleien. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus Berichten, die dieser Check tatsächlich erstellt hat, nicht aus einer Studie.