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Google-Profil

Eine Einstellung, die über alles andere entscheidet

Sie entscheidet, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Betracht kommen – und wird meist nebenbei gewählt. Wie man die richtige findet.

8 Min. LesezeitRedaktion OMU

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hauptkategorie im Google-Unternehmensprofil entscheidet, bei welchen Suchanfragen Ihr Profil überhaupt in Betracht kommt.
  • Sie finden die richtige, indem Sie nachsehen, welche die drei Betriebe tragen, die bei Ihrem wichtigsten Suchbegriff in der Kartenanzeige stehen.
  • Eine Hauptkategorie, zwei bis fünf Nebenkategorien. Mehr verwässert das Bild.
  • Nach einer Änderung zwei bis sechs Wochen abwarten und nichts weiter anfassen.

Im Google-Unternehmensprofil gibt es Dutzende Felder. Eines davon wiegt schwerer als alle anderen zusammen: die Hauptkategorie.

Sie bestimmt, bei welchen Suchanfragen Ihr Betrieb überhaupt in Betracht gezogen wird. Nicht ob Sie weit vorne stehen – ob Sie überhaupt mitspielen.

Ein Fall aus der Praxis

Nehmen wir einen Metallbaubetrieb in einer Großstadt, seit Jahrzehnten am Markt. Er baut Geländer, Tore und Vordächer. Im Profil steht als Hauptkategorie: Generalunternehmer.

Die Zahlen dazu:

SuchbegriffSuchen pro Monat
metallbau musterstadt390
schlosser musterstadt390
generalunternehmer musterstadt110

Der Betrieb ist damit für die kleinste der drei Suchen optimal eingestellt. Bei „metallbau musterstadt“ steht er trotzdem auf Platz fünf – weil Website und Verzeichnisse das Signal tragen. Mit der passenden Kategorie wäre mehr drin.

Wie Sie die richtige finden

Nicht raten, nachsehen:

  1. Suchen Sie bei Google nach Ihrer wichtigsten Leistung und Ihrem Ort.
  2. Sehen Sie sich die drei Betriebe an, die in der Karte oben erscheinen.
  3. Klicken Sie jedes Profil an. Unter dem Namen steht die Kategorie.
  4. Kommt dieselbe Kategorie zweimal oder dreimal vor, ist das Ihre.

Das ist keine Vermutung, sondern eine Beobachtung: Diese Kategorie hält Google für diese Suche für passend.

Nebenkategorien kosten nichts

Sie können bis zu neun weitere Kategorien eintragen. Jede ist eine zusätzliche Suche, bei der Sie erscheinen können – ohne dass die Hauptkategorie an Kraft verliert.

Ein Maler trägt also zusätzlich ein: Malerbetrieb, Lackierer, Trockenbau, Fassadenbau. Ein Kieferorthopäde: Zahnarzt, Kinderzahnarzt.

Wichtig: Nur eintragen, was Sie wirklich anbieten. Wer als Maler die Kategorie „Dachdecker“ wählt, weil dort weniger Wettbewerb ist, bekommt Anfragen, die er ablehnen muss – und schlechte Bewertungen von Leuten, die etwas anderes erwartet haben.

Warum das so oft übersehen wird

Die Kategorie wird beim Anlegen des Profils einmal gewählt, meist in Eile, meist von jemandem, der die Liste nicht kennt. Danach schaut nie wieder jemand hin.

Dabei ändert sich einiges: Google erweitert die Kategorienliste regelmäßig, und Betriebe verschieben ihren Schwerpunkt. Einmal im Jahr nachsehen genügt.

Zehn Minuten.

Profil öffnen, drei Wettbewerber prüfen, Hauptkategorie anpassen, vier Nebenkategorien ergänzen. Gespeichert ist die Änderung sofort; bis Google neu einordnet, vergehen zwei bis sechs Wochen.

Warum die Kategorie so schwer wiegt

Das Google-Unternehmensprofil trägt in der Google-Karte 38 Prozent des Gewichts – dort der schwerste Baustein von allen. Und innerhalb des Profils ist die Hauptkategorie die eine Einstellung, die alles Übrige rahmt.

Der Grund liegt in der Art, wie Google die Kartenanzeige zusammenstellt. Für eine Suche wie „Leistung + Ort“ sucht Google zunächst alle Profile, deren Kategorie zur Anfrage passt, und ordnet erst danach nach Entfernung und Bekanntheit. Wer die falsche Hauptkategorie trägt, kommt in diese Vorauswahl gar nicht erst hinein – unabhängig davon, wie gut alles andere gepflegt ist.

Das erklärt einen Befund, der auf den ersten Blick widersinnig wirkt: Betriebe mit hervorragendem Profil, vielen Bewertungen und guten Bildern, die trotzdem bei ihrem wichtigsten Suchbegriff nicht in der Karte auftauchen.

Haupt- und Nebenkategorie unterscheiden

Die Hauptkategorie beantwortet die Frage: Was ist dieser Betrieb in einem Wort? Die Nebenkategorien beantworten: Was macht er außerdem?

HauptkategorieNebenkategorien
Anzahlgenau einezwei bis fünf sinnvoll
Wirkungrahmt die gesamte Bewertungerweitern die Trefferlage
Änderungwirkt stark, auch negativwirkt ergänzend
Faustregeldas Wort auf Ihrem Firmenschildwas Kunden zusätzlich buchen

Zehn Nebenkategorien zu setzen, um nichts zu verpassen, ist der häufigste Fehler in die andere Richtung. Es verwässert das Bild: Ein Betrieb, der laut Profil alles macht, ist für nichts mehr die naheliegende Wahl.

So finden Sie die richtige Kategorie

  1. Suchbegriff festlegen. Wonach würde jemand suchen, der genau Ihre Hauptleistung braucht? Nicht der Fachbegriff, sondern das Alltagswort.
  2. Nachsehen, wer dort steht. Suchen Sie den Begriff mit Ihrem Ort. Die ersten drei Profile in der Karte sind Ihre Referenz.
  3. Deren Kategorie ablesen. Sie steht direkt unter dem Namen im Profil. Wenn alle drei dieselbe tragen, ist das Ihre Antwort.
  4. Im eigenen Profil einstellen und mit den Nebenkategorien ergänzen, was Sie tatsächlich anbieten.
  5. Vier Wochen später nachsehen, ob sich die Trefferlage verändert hat.

Der zweite Schritt ist der eigentliche Trick: Sie müssen die Kategorie nicht erraten. Google zeigt Ihnen, welche für diesen Suchbegriff funktioniert – an den Betrieben, die dort bereits stehen.

Was Sie beim Wechseln beachten sollten

Ein Kategoriewechsel ist kein risikoloser Handgriff. Er kann die Platzierung kurzfristig durcheinanderbringen, weil Google die Einordnung neu vornimmt. Rechnen Sie mit zwei bis sechs Wochen, bis sich das setzt.

Wechseln Sie deshalb nicht probeweise hin und her. Entscheiden Sie einmal, sauber begründet, und lassen Sie es dann stehen. Wer alle drei Wochen eine andere Kategorie einstellt, verhindert genau die Stabilität, die er sucht.

Und ändern Sie nichts an Name oder Adresse gleichzeitig. Wenn mehrere Grundangaben zusammen wechseln, prüft Google gründlicher nach – gelegentlich mit einer erneuten Bestätigung per Post.

Wenn es Ihre Kategorie gar nicht gibt

Googles Liste ist umfangreich, aber sie ist nicht vollständig. Manche Gewerke finden sich dort schlicht nicht wieder – besonders spezialisierte Betriebe, die zwischen zwei Handwerken stehen, und alles, was neu ist.

In diesem Fall gilt: Nehmen Sie die Kategorie, unter der ein Suchender Sie vermuten würde, nicht die, die Ihr Selbstverständnis am genauesten trifft. Ein Betrieb, der ausschließlich Dachfenster einbaut, findet keine Kategorie „Dachfensterbauer“. Er nimmt „Dachdecker“ – denn danach wird gesucht, und dort tritt er gegen die richtigen Wettbewerber an.

Was der Kategorie fehlt, holen Sie an zwei anderen Stellen nach. Erstens über die Dienstleistungen im Profil: Dort tragen Sie „Dachfenstereinbau“, „Dachfenstertausch“ und „Dachfensterreparatur“ als eigene Einträge ein, jeweils mit ein paar Sätzen Beschreibung. Zweitens über die Profilbeschreibung, in der Ihre Spezialisierung im ersten Satz vorkommen sollte.

Diese Reihenfolge ist wichtig: Die Kategorie entscheidet, in welchem Rennen Sie starten. Dienstleistungen und Beschreibung entscheiden, wie gut Sie darin aussehen. Wer die Reihenfolge umdreht und eine exotische Kategorie wählt, um genau zu sein, startet in einem Rennen, in dem niemand zuschaut.

Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt

Die Kategorie gehört zum Baustein Google-Profil – 38 Prozent in der Google-Karte, 14 in der KI-Suche und 9 in der organischen Suche. Diese Spreizung ist die größte unter allen sechs Bausteinen: Das Profil speist die Karte direkt, in der organischen Suche und in der KI-Suche wirkt es nur mittelbar – KI-Systeme können Kartendaten nicht direkt abfragen.

Für die Google-Karte bleibt die Kategorie damit einer der stärksten Einzelhebel überhaupt. Wer nur eine Sache am Profil ändern kann, ändert diese.

Zum Abhaken

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Kategorie im Google-Profil

Kurze Antworten auf das, was bei Prüfungen am häufigsten gefragt wird.

Wie viele Kategorien soll ein Google-Profil haben?

Eine Hauptkategorie, die genau trifft, und zwei bis fünf Nebenkategorien für das, was Sie tatsächlich anbieten. Mehr verwässert das Signal, ohne die Trefferlage nennenswert zu verbreitern.

Kann ich die Hauptkategorie nachträglich ändern?

Ja, jederzeit über die Profilverwaltung. Rechnen Sie mit zwei bis sechs Wochen, bis Google die Einordnung neu vorgenommen hat, und ändern Sie in dieser Zeit möglichst nichts weiter.

Was passiert, wenn es für meine Leistung keine passende Kategorie gibt?

Google gibt eine feste Liste vor, eigene Kategorien sind nicht möglich. Nehmen Sie die nächstliegende und tragen Sie die genaue Leistung stattdessen im Dienstleistungsbereich und im Beschreibungstext nach – beides ist frei formulierbar.

Beeinflusst die Kategorie auch die KI-Suche?

Weniger. Das Google-Unternehmensprofil wiegt in der KI-Suche 14 Prozent statt 38 in der Karte, weil KI-Systeme Kartendaten nicht direkt abfragen können. Für die KI-Suche zählen vor allem Website, Bewertungen und Verzeichniseinträge.

Sehen Kunden die Kategorie?

Ja, sie steht sichtbar unter dem Firmennamen im Profil. Sie ist also nicht nur eine technische Einstellung, sondern auch eine Aussage darüber, wofür Sie stehen – das ist ein zweiter Grund, sie genau zu wählen.

Was ist die Hauptkategorie im Google-Profil?

Die eine Einordnung, mit der Google Ihren Betrieb grundsätzlich beschreibt. Sie steht sichtbar unter dem Firmennamen im Profil und bestimmt, bei welchen Suchanfragen das Profil in die Vorauswahl für die Kartenanzeige kommt.

Wie ändere ich die Kategorie im Google-Unternehmensprofil?

Über die Profilverwaltung unter „Bearbeiten“ im Bereich Unternehmensinformationen. Die Änderung ist sofort gespeichert; bis Google die Einordnung neu vorgenommen hat, vergehen zwei bis sechs Wochen.

Kann eine falsche Kategorie meiner Sichtbarkeit schaden?

Sie schadet nicht im Sinne einer Abwertung, aber sie kostet: Bei Suchanfragen, die zu Ihrer tatsächlichen Leistung passen, kommen Sie in die Vorauswahl gar nicht erst hinein. Das wirkt wie ein Rückstand, hat aber eine einzige, schnell behobene Ursache.

Darf ich Ort oder Leistung in den Firmennamen im Profil schreiben?

Nein. Im Namensfeld steht der Name, den Ihr Betrieb tatsächlich trägt – so wie auf dem Schild und im Impressum. Zusätze wie „Maler Musterstadt“ hinter dem Namen verstoßen gegen die Richtlinien von Google, werden von Wettbewerbern gern gemeldet und können zur Sperre des Profils führen. Was der Name nicht trägt, gehört in Kategorie, Leistungen und Beschreibung.

Braucht jeder Standort eine eigene Hauptkategorie?

Jeder Standort hat ein eigenes Profil und damit eine eigene Hauptkategorie. Meist ist es dieselbe, zwingend ist das nicht: Wer an einem Ort eine Werkstatt betreibt und am anderen nur eine Ausstellung, wählt je Standort das, was dort tatsächlich stattfindet.

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