Soziale Medien

Eine Zeile, die den ganzen Verkehr umleitet

· von Daniel Götz

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Website-Feld eines Google-Profils stand die Facebook-Adresse statt der eigenen Website. Das kostet doppelt.
  • Der Verkehr aus der Google-Suche läuft an der eigenen Seite vorbei – und Google verknüpft Profil und Website nicht mehr.
  • Die richtige Richtung: Alles zeigt auf die eigene Website, die Website zeigt auf alles andere.
  • Aufwand für den geschlossenen Kreis: fünf Minuten. In unseren Prüfungen war er bei keinem Betrieb vollständig.

Bei einer Prüfung fanden wir eine Einstellung, die auf den ersten Blick harmlos aussieht und auf den zweiten teuer ist.

In einem Fall, wie er immer wieder vorkommt, steht im Feld "Website" eines Unternehmensprofils die Facebook-Adresse. Nicht die eigene Website.

Was das bedeutet

Jeder, der den Betrieb bei Google findet und auf "Website" klickt, landet bei Facebook. Die eigene Website - der Baustein mit dreißig Prozent Gewicht - bekommt von diesen Besuchern nichts ab.

Und Google verknüpft Profil und Website nicht mehr miteinander. Zwei Quellen, die dasselbe sagen könnten, stehen unverbunden nebeneinander.

Wie es dazu kommt

Meist ohne böse Absicht. Jemand richtet das Profil ein, hat gerade keine Website zur Hand, trägt Facebook ein - und niemand schaut je wieder hin.

Oder die Website wurde umgezogen und die alte Adresse funktionierte nicht mehr.

Die richtige Richtung

Die Verlinkung soll von der Website zu den Profilen gehen, nicht umgekehrt:

  • Im Google-Profil steht die eigene Website
  • Auf der Website, meist im Fußbereich, stehen die Profile
  • In jedem Profil steht wieder die Website

Das ergibt einen geschlossenen Kreis: Jede Quelle bestätigt die anderen. Wer die Hauptadresse aus diesem Kreis herausnimmt, verschenkt die Wirkung.

Der Zehn-Sekunden-Test

Öffnen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil und schauen Sie auf das Feld "Website". Steht dort Ihre eigene Adresse, mit https und ohne Tippfehler?

Danach dasselbe bei Facebook und Instagram: Steht dort Ihre Website im Profilkopf?

Bei den geprüften Betrieben fehlte die wechselseitige Verlinkung in allen Fällen, in denen es überhaupt Profile gab.

Und wenn Sie gar kein Profil haben?

Dann ist das der einfachere Fall. Eine Facebook-Unternehmensseite mit Grunddaten, Beschreibung und Website-Link ist in dreißig Minuten angelegt - und damit ist ein Baustein erledigt, der bei acht von zehn Betrieben auf null steht.

Zehn Sekunden für den Test, dreißig Minuten für den Rest. Und danach müssen Sie sich um diesen Baustein lange nicht mehr kümmern.

Was der geschlossene Kreis bewirkt

Jede Quelle, die etwas über Ihren Betrieb sagt, ist für sich genommen eine Behauptung. Erst wenn mehrere Quellen aufeinander zeigen, wird daraus eine zusammenhängende Aussage.

Die wechselseitige Verlinkung ist das technische Mittel dafür. Sie sagt einer Maschine ausdrücklich: Diese Facebook-Seite und diese Website gehören zusammen. Ohne sie sind es zwei Datensätze, die zufällig ähnlich heißen – und ähnliche Namen gibt es viele.

Der Aufwand dafür liegt bei fünf Minuten. Der Anteil der Betriebe, bei denen dieser Kreis vollständig geschlossen ist, lag in unseren Prüfungen bei null.

Der Kreis im Einzelnen

VonNachWo genau
Google-Profileigene WebsiteFeld „Website"
eigene WebsiteFacebook, InstagramFußbereich
Facebookeigene WebsiteProfilkopf, Feld Website
Instagrameigene WebsiteBio-Link
Verzeichniseinträgeeigene WebsiteFeld Website

Fünf Zeilen, und alle zeigen auf dieselbe Adresse: Ihre eigene, mit https und in einer einzigen Schreibweise. Nicht einmal mit www und einmal ohne, nicht einmal mit und einmal ohne abschließenden Schrägstrich.

Warum die Richtung so wichtig ist

Der Fall aus der Prüfung – Facebook-Adresse im Website-Feld des Google-Profils – ist kein Einzelfall und auch kein reiner Schönheitsfehler. Er kostet doppelt.

Erstens: Jeder Besucher aus der Google-Suche landet bei Facebook. Ihre eigene Website, die dreißig Prozent des Gesamtgewichts trägt, bekommt von diesen Besuchern nichts ab – weder Verkehr noch die Signale, die daraus entstehen.

Zweitens: Google verknüpft Profil und Website nicht mehr miteinander. Zwei Quellen, die sich gegenseitig bestätigen könnten, stehen unverbunden nebeneinander.

Die Regel dahinter lautet: Die eigene Website ist die Mitte. Alles zeigt auf sie, sie zeigt auf alles andere. Wer sie aus dem Kreis herausnimmt, verschenkt den ganzen Effekt.

Die fünf Minuten

  1. Google-Profil öffnen, Feld „Website" prüfen. Steht dort Ihre eigene

Adresse, mit https, ohne Tippfehler?

  1. Facebook-Seite öffnen, im Profilkopf die Website eintragen.
  2. Instagram öffnen, Link im Profil setzen.
  3. Auf der eigenen Website im Fußbereich auf beide Profile verlinken.
  4. Verzeichniseinträge beim nächsten Durchgang mitnehmen.

Danach ist der Kreis geschlossen, und Sie müssen ihn erst wieder anfassen, wenn sich eine Adresse ändert.

Anhängsel an der Adresse, und was sie anrichten

Wer den Verkehr aus dem Google-Profil messen will, hängt an die Adresse gern ein Anhängsel – etwas wie ein Fragezeichen gefolgt von Kennungen für Quelle und Medium. Das ist grundsätzlich in Ordnung und in Analytics gut ablesbar. Zwei Dinge sollten Sie dabei wissen.

Erstens: Die Adresse mit Anhängsel ist für eine Suchmaschine eine andere Adresse als die ohne. Solange auf Ihren Seiten eine kanonische Adresse hinterlegt ist – also die Angabe, welche Fassung die maßgebliche ist –, richtet das keinen Schaden an. Fehlt sie, entstehen doppelte Seiten. Prüfen Sie das, bevor Sie Anhängsel verteilen.

Zweitens: Das Anhängsel gehört nur an die Stelle, an der Sie wirklich messen wollen. Es in jedes Verzeichnis, jedes Profil und jede Signatur zu schreiben, macht die Zahlen nicht besser, sondern die Adressen unübersichtlich – und wenn jemand einen solchen Link weiterreicht, wandert das Anhängsel mit und verfälscht die Messung.

Für die Verlinkung, um die es hier geht, brauchen Sie ohnehin keines. Der Kreis zwischen Website und Profil soll für Maschinen erkennbar sein, und dafür zählt die schlichte, kanonische Adresse: mit https, ohne www wenn Ihre Seite ohne www läuft, ohne Anhängsel, ohne Umleitung. Jede Umleitung dazwischen schwächt das Signal, weil eine Maschine erst einen Schritt weitergehen muss, um zu sehen, wo sie landet.

Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob ein Link da ist, sondern ob er direkt trifft. Kopieren Sie ihn und rufen Sie ihn auf: Bleibt die Adresse in der Zeile unverändert stehen, ist er richtig. Springt sie um, tragen Sie die Zieladresse ein und sparen der Maschine den Umweg.

Häufige Fragen zur Verlinkung von Profilen

Warum soll ich von der Website auf soziale Netzwerke verlinken?

Damit die Zusammengehörigkeit für Menschen und Maschinen erkennbar ist. Ein Besucher sieht, dass es die Profile gibt; eine Suchmaschine kann Website und Profil einander zuordnen. Für die Sichtbarkeit ist der zweite Punkt der wichtigere.

Schadet es, wenn ich viele externe Links im Fußbereich habe?

Nein, solange sie sinnvoll sind. Zwei bis vier Profilverweise sind völlig unproblematisch. Auffällig wird es erst bei Dutzenden von Links zu Seiten ohne Bezug zum Betrieb.

Was gehört ins Website-Feld des Google-Profils?

Ihre eigene Website, mit https, in der Schreibweise, die auch sonst überall steht. Nicht Facebook, nicht ein Branchenportal, nicht die Seite eines Herstellers, dessen Produkte Sie verkaufen.

Ich habe gar keine Website. Was trage ich dann ein?

Dann lassen Sie das Feld leer, statt eine fremde Adresse einzutragen. Besser ist ohnehin: eine schlichte eigene Seite anlegen. Ohne sie fehlt allen anderen Bausteinen die Grundlage, auf die sie zeigen könnten.

Wie oft soll ich die Verlinkungen prüfen?

Einmal im Jahr und immer dann, wenn sich etwas ändert – neue Domain, Umzug, neues Profil. Der Zehn-Sekunden-Test kostet nichts und deckt genau die Fehler auf, die sonst jahrelang unbemerkt bleiben.

Was gehört ins Website-Feld des Google-Unternehmensprofils?

Ihre eigene Website, mit https und in derselben Schreibweise wie überall sonst. Nicht Facebook, nicht ein Branchenportal und nicht die Seite eines Herstellers, dessen Produkte Sie führen.

Warum soll die Website auf die Social-Media-Profile verlinken?

Damit die Zusammengehörigkeit erkennbar wird. Erst wenn Website und Profile aufeinander zeigen, kann eine Suchmaschine sie als denselben Betrieb behandeln – sonst sind es zwei Datensätze mit ähnlichen Namen.

Wo auf der Website sollen die Profil-Links stehen?

Im Fußbereich, damit sie auf jeder Seite verfügbar sind. Zusätzlich auf der Kontaktseite. Nicht im Hauptmenü – dort führen sie Besucher aus der Seite hinaus, bevor sie das getan haben, weswegen sie gekommen sind.

Schadet es, wenn ich mehrmals auf mein Profil verlinke?

Nein, aber es bringt auch nichts. Ein Verweis von der Startseite oder aus dem Fußbereich genügt, weil er dann ohnehin auf jeder Seite steht. Wichtig ist die Gegenrichtung: dass im Profil selbst Ihre Website eingetragen ist.

Welche Seite trage ich im Profil ein?

Die Startseite, außer Sie haben mehrere Standorte. Dann gehört zu jedem Profil die Seite des jeweiligen Standorts – sonst führen alle Profile auf dieselbe Adresse, und die Zuordnung geht verloren.

Gilt das auch für Verzeichniseinträge?

Ja, überall dasselbe: direkte Adresse, keine Umleitung, keine Anhängsel.

Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt

Die Verlinkung berührt gleich drei Bausteine: Website, Google-Profil und soziale Medien. Sie ist damit einer der wenigen Handgriffe, die an mehreren Stellen gleichzeitig wirken.

Und sie ist der billigste. Fünf Minuten, keine Kosten, kein Fachwissen – und trotzdem war der Kreis in unseren Prüfungen bei keinem einzigen Betrieb vollständig geschlossen. Das macht ihn zu dem Punkt, mit dem sich am schnellsten ein Ergebnis zeigen lässt.

Zum Abhaken

  • Im Google-Profil steht die eigene Website, nicht Facebook
  • Adresse überall mit https und in einer Schreibweise
  • Facebook und Instagram tragen die Website im Profilkopf
  • Die Website verlinkt im Fußbereich auf die Profile
  • Verzeichniseinträge führen ebenfalls die Website
  • Einmal im Jahr und nach jeder Änderung geprüft

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Daniel Götz

Geschrieben von

Daniel Götz

Ich prüfe lokale Betriebe auf ihre Sichtbarkeit - Handwerk, Praxen, Kanzleien. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus Berichten, die dieser Check tatsächlich erstellt hat, nicht aus einer Studie.

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