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Social Media

Eine Stunde für den Baustein, der meist auf null steht

Soziale Medien sind der kleinste der sechs Bausteine – und der, bei dem am häufigsten gar nichts vorhanden ist. Was wirklich zählt und was Zeitverschwendung ist.

8 Min. LesezeitRedaktion OMU

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei acht von zehn geprüften Betrieben war kein einziges Social-Media-Profil auffindbar.
  • Für die Auffindbarkeit zählt fast ausschließlich, dass ein Profil mit korrekten Grunddaten existiert – nicht, wie oft gepostet wird.
  • Vier Netzwerke sind relevant: Facebook, Instagram, TikTok, YouTube. Alles andere ist für lokale Sichtbarkeit nachrangig.
  • Aufwand für den vollständigen Baustein: etwa eine Stunde, einmalig.

Fangen wir mit der ehrlichen Einordnung an: Für die lokale Auffindbarkeit sind soziale Medien der schwächste der sechs Bausteine. Fünf Prozent Gewicht in der Google-Karte, sechs in der Suche, zehn in der KI-Suche.

Wer wenig Zeit hat, bringt zuerst Website, Google-Profil und Verzeichnisse in Ordnung.

Und trotzdem: Bei acht von zehn geprüften Betrieben stand dieser Baustein auf null Punkten, weil überhaupt kein Profil auffindbar war. Ein Baustein, der mit einer Stunde vollständig zu erledigen wäre.

Was tatsächlich zählt

Nicht die Zahl der Beiträge. Nicht die Reichweite. Nur zwei Dinge:

  1. Gibt es ein Profil?
  2. Sendet es dasselbe Signal wie Ihre Website?

Für die zweite Frage gehören vier Angaben in jedes Profil:

  • der Firmenname in der Schreibweise des Impressums
  • die vollständige Anschrift
  • die Leistung mit Ort in der Beschreibung
  • ein Link auf die Website

Das ist alles. Wer nur diese vier Angaben pflegt und danach nie wieder etwas postet, hat den Baustein weitgehend abgehakt.

Vier Netzwerke, mehr nicht

Facebook – für lokale Betriebe nach wie vor das wichtigste. Die Altersgruppe, die Handwerker beauftragt, ist dort.

Instagram – für alles Sichtbare: Maler, Fliesenleger, Gärtner, Praxen mit Vorher-Nachher-Bildern. Wer nichts zu zeigen hat, braucht es nicht.

TikTok – für Betriebe mit Nachwuchssorgen. Wer Auszubildende sucht, erreicht sie dort und sonst kaum noch irgendwo.

YouTube – für erklärungsbedürftige Leistungen.

Alles andere ist für lokale Sichtbarkeit vernachlässigbar.

Das leere Profil schadet

Eine Facebook-Seite, deren letzter Beitrag von 2019 stammt, schadet – nicht bei Google, sondern bei dem Menschen, der sie aufruft. Er sieht ein Unternehmen, das offenbar aufgehört hat.

Entweder pflegen oder abschalten. Ein Profil, das nur Grunddaten enthält und ohne Datumsangabe auskommt, altert nicht. Eine Chronik voller alter Beiträge schon.

Ein Warnzeichen aus der Praxis

Bei einer Prüfung stand im Website-Feld des Google-Profils die Facebook-Adresse statt der eigenen Website. Damit lief jeder Besucher aus der Google-Suche zu Facebook – und die eigene Website, in der Google-Suche der schwerste Baustein, bekam nichts ab.

Verlinken Sie zu den Profilen, nicht von der Hauptadresse weg.

Eine Stunde.

Facebook-Seite anlegen, Grunddaten aus der Impressum-Datei einsetzen, Beschreibungstext mit Leistung und Ort, von der Website aus im Fußbereich verlinken. Danach ist der Baustein erledigt.

Was der Baustein wirklich wiegt

Fünf Prozent in der Google-Karte, sechs in der Suche, zehn in der KI-Suche. Das ist wenig, und man sollte es nicht schönreden: Wer begrenzte Zeit hat, bringt zuerst Website, Google-Profil und Verzeichnisse in Ordnung.

Aber „wenig“ heißt hier etwas anderes als sonst. Bei den meisten Bausteinen bedeutet ein niedriger Anteil, dass sich Arbeit kaum lohnt. Hier bedeutet er, dass sich der Baustein vollständig abhaken lässt – in etwa einer Stunde, ein einziges Mal.

Und er steht bei acht von zehn geprüften Betrieben auf null. Von null auf vollständig in einer Stunde ist ein Verhältnis, das sonst kein Baustein bietet.

Der Unterschied zwischen Profil und Auftritt

Zwei Dinge werden regelmäßig verwechselt:

Profil mit Grunddatenaktiver Auftritt
Aufwandeinmalig 1 Stundemehrere Stunden im Monat
Wirkung auf die Auffindbarkeitfast der ganze Effektkaum messbar mehr
Wirkung auf den Eindruckgeringhoch, wenn gut gemacht
Wirkung bei Nachwuchssuchegeringhoch
lohnt sich fürjeden BetriebBetriebe mit Bildern und Zeit

Für die Sichtbarkeit zählt fast ausschließlich die erste Spalte. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine Marketing-Entscheidung – legitim, aber eine andere Frage.

Die Stunde im Einzelnen

  1. Facebook-Unternehmensseite anlegen oder beanspruchen. Firmenname, Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Kategorie eintragen – alles aus Ihrer Impressum-Datei kopiert, nicht getippt. Dreißig Minuten.
  2. Beschreibungstext schreiben: Leistung, Ort, ein Satz zum Betrieb, drei bis fünf konkrete Angebote. Zehn Minuten.
  3. Instagram, falls Sie etwas zu zeigen haben. Dieselben Grunddaten, derselbe Text, ein aktuelles Bild. Zehn Minuten.
  4. Website-Link setzen in jedem Profil. Zwei Minuten.
  5. Von der Website aus zurückverlinken, im Fußbereich. Fünf Minuten.

Danach ist der Baustein erledigt. Ein Profil, das nur Grunddaten enthält und keine datierten Beiträge, altert nicht.

Was auf dem Profil stehen sollte, wenn Sie nicht posten

Der häufigste Einwand lautet: Ich habe keine Zeit, ständig etwas zu veröffentlichen. Das müssen Sie auch nicht. Für den Baustein soziale Medien zählt zuerst, dass es das Profil gibt und dass darauf dieselben Angaben stehen wie überall sonst.

Ein Profil, das nie wieder etwas veröffentlicht, aber vollständig ausgefüllt ist, erfüllt seinen Zweck: Es bestätigt Ihre Daten ein weiteres Mal, es verlinkt auf Ihre Website, und es ist ein Ergebnis mehr, wenn jemand Ihren Namen sucht.

Vollständig heißt konkret: Firmenname genau wie im Impressum, Adresse in derselben Schreibweise, Telefonnummer im selben Format, Website-Adresse mit https und ohne Umleitung. Dazu ein Profilbild, das Ihr Logo zeigt, und eine Beschreibung, in der Leistung und Ort im ersten Satz vorkommen. Öffnungszeiten, wo das Netzwerk sie anbietet.

Was Sie sich sparen können: Titelbilder, die alle drei Monate wechseln müssen. Beiträge, die niemand liest. Ein zweites Profil desselben Betriebs, weil das erste Passwort verloren ging – das schadet sogar, weil es eine weitere Quelle mit womöglich abweichenden Daten schafft.

Rechnen Sie mit fünfzehn bis dreißig Minuten je Netzwerk. Danach steht der Baustein, und Sie müssen ihn nur noch anfassen, wenn sich Ihre Daten ändern.

Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt

Soziale Medien sind der kleinste der sechs Bausteine – fünf Prozent in der Google-Karte, sechs in der Suche, zehn in der KI-Suche. Der Unterschied hat denselben Grund wie überall: Profile sind offen lesbarer Text mit Ortsangabe, und genau das können KI-Systeme auswerten.

Bei keinem anderen Baustein steht Aufwand und vollständige Erledigung in einem so günstigen Verhältnis. Eine Stunde, einmal – danach ist der Punkt abgehakt und altert nicht, solange keine datierten Beiträge hinzukommen.

Zum Abhaken

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu sozialen Medien

Kurze Antworten auf das, was bei Prüfungen am häufigsten gefragt wird.

Welche sozialen Netzwerke sind für lokale Unternehmen wichtig?

Facebook für Kunden über vierzig, Instagram für sichtbare Arbeit, TikTok für die Nachwuchssuche, YouTube für erklärungsbedürftige Leistungen. Für lokale Sichtbarkeit sind das die vier, die zählen – alles andere ist nachrangig.

Reicht ein privates Konto für mein Unternehmen?

Nein. Ein persönliches Profil ist für Suchmaschinen etwas anderes als eine Unternehmensseite. Nur letztere trägt Anschrift, Öffnungszeiten und Kategorie – also die Angaben, die als Bestätigung zählen.

Muss ich regelmäßig posten, um gefunden zu werden?

Für die Auffindbarkeit nicht. Ein Profil mit korrekten Grunddaten liefert nahezu den ganzen messbaren Effekt. Regelmäßige Beiträge wirken auf Menschen, nicht auf die Platzierung.

Wie hängen soziale Medien mit der KI-Suche zusammen?

Profile bei Facebook und Instagram sind öffentlich lesbarer Text mit Ortsangabe. Genau das können KI-Systeme auswerten, während sie Kartendaten nicht abfragen können. Deshalb wiegt der Baustein dort doppelt so schwer wie in der Google-Karte.

Soll die Website auf die Profile verlinken oder umgekehrt?

Beides. Die Website verlinkt im Fußbereich auf die Profile, jedes Profil trägt die Website-Adresse. Dieser geschlossene Kreis bestätigt allen Beteiligten, dass sie zusammengehören. Was Sie nicht tun sollten: im Google-Profil die Facebook-Adresse als Website eintragen – dann läuft der ganze Verkehr an Ihrer eigenen Seite vorbei.

Was mache ich mit einem alten, verwaisten Profil?

Wenn Sie Zugang haben: Grunddaten aktualisieren, aktuelles Bild hochladen, alte Beiträge stehen lassen. Wenn nicht und die Seite wirkt tot: löschen lassen ist besser, als sie so stehen zu lassen. Eine Chronik, die vor Jahren endet, beantwortet die Frage „gibt es die noch?“ mit Nein.

Welche Angaben gehören mindestens in ein Unternehmensprofil?

Firmenname in der Schreibweise Ihres Impressums, vollständige Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten, die Leistung mit Ort im Beschreibungstext und ein Link auf Ihre Website. Damit ist der Baustein weitgehend erledigt.

Brauche ich für ein Firmenprofil ein privates Konto?

Bei Facebook und Instagram ja – die Seite hängt technisch an einem persönlichen Konto, das aber nach außen nicht sichtbar wird. Legen Sie dieses Konto lieber selbst an, als es einem Mitarbeiter zu überlassen: Verlässt derjenige den Betrieb, kommen Sie sonst an Ihre eigene Seite nicht mehr heran. Bei LinkedIn gilt dasselbe für die Unternehmensseite.

Was mache ich mit einem alten Profil, das ich nicht mehr öffnen kann?

Beanspruchen Sie es über das Verfahren des Netzwerks; das dauert meist ein paar Tage. Gelingt das nicht und wirkt die Seite tot, lassen Sie sie löschen. Legen Sie in keinem Fall ein zweites Profil daneben an – zwei Profile mit unterschiedlichen Daten schaden mehr als ein verwaistes.

Zählt ein Google-Unternehmensprofil als soziales Netzwerk?

Nein, es ist ein eigener Baustein und wiegt deutlich schwerer. Die vier Netzwerke kommen zusätzlich dazu. Wer nur eines von beidem pflegen kann, pflegt das Google-Profil.

Brauche ich auf der Facebook-Seite ein Impressum?

In Deutschland gilt die Impressumspflicht auch für geschäftlich genutzte Profile. Üblich ist ein gut sichtbarer Verweis mit der Bezeichnung „Impressum“ auf die Impressumsseite Ihrer Website, etwa im Infobereich der Seite. So pflegen Sie die Angaben an einer einzigen Stelle, und sie sind trotzdem von überall erreichbar.

Soll ich Empfehlungen bei Facebook zulassen?

Wenn Sie sie beantworten, ja. Empfehlungen bei Facebook sind öffentlich lesbarer Text und wirken wie Bewertungen an anderer Stelle: Sie bestätigen, dass es den Betrieb gibt und was er tut. Wer sie zulässt, sollte sie aber genauso pflegen wie die Google-Bewertungen – unbeantwortete Kritik auf einer zweiten Plattform hilft niemandem.

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