Eine Stunde für den Baustein, der meist auf null steht
· von Daniel Götz
Das Wichtigste in Kürze
- Bei acht von zehn geprüften Betrieben war kein einziges Social-Media-Profil auffindbar.
- Für die Auffindbarkeit zählt fast ausschließlich, dass ein Profil mit korrekten Grunddaten existiert – nicht, wie oft gepostet wird.
- Vier Netzwerke sind relevant: Facebook, Instagram, TikTok, YouTube. Alles andere ist für lokale Sichtbarkeit nachrangig.
- Aufwand für den vollständigen Baustein: etwa eine Stunde, einmalig.
Fangen wir mit der ehrlichen Einordnung an: Für die lokale Auffindbarkeit sind soziale Medien der schwächste der sechs Bausteine. Drei Prozent Gewicht bei Google, sieben in der KI-Suche.
Wer wenig Zeit hat, bringt zuerst Website, Google-Profil und Verzeichnisse in Ordnung.
Und trotzdem: Bei acht von zehn geprüften Betrieben stand dieser Baustein auf null Punkten, weil überhaupt kein Profil auffindbar war. Ein Baustein, der mit einer Stunde vollständig zu erledigen wäre.
Was tatsächlich zählt
Nicht die Zahl der Beiträge. Nicht die Reichweite. Nur zwei Dinge:
- Gibt es ein Profil?
- Sendet es dasselbe Signal wie Ihre Website?
Für die zweite Frage gehören vier Angaben in jedes Profil:
- der Firmenname in der Schreibweise des Impressums
- die vollständige Anschrift
- die Leistung mit Ort in der Beschreibung
- ein Link auf die Website
Das ist alles. Wer nur diese vier Angaben pflegt und danach nie wieder etwas postet, hat den Baustein weitgehend abgehakt.
Vier Netzwerke, mehr nicht
Facebook - für lokale Betriebe nach wie vor das wichtigste. Die Altersgruppe, die Handwerker beauftragt, ist dort.
Instagram - für alles Sichtbare: Maler, Fliesenleger, Gärtner, Praxen mit Vorher-Nachher-Bildern. Wer nichts zu zeigen hat, braucht es nicht.
TikTok - für Betriebe mit Nachwuchssorgen. Wer Auszubildende sucht, erreicht sie dort und sonst kaum noch irgendwo.
YouTube - für erklärungsbedürftige Leistungen.
Alles andere ist für lokale Sichtbarkeit vernachlässigbar.
Das leere Profil schadet
Eine Facebook-Seite, deren letzter Beitrag von 2019 stammt, schadet - nicht bei Google, sondern bei dem Menschen, der sie aufruft. Er sieht ein Unternehmen, das offenbar aufgehört hat.
Entweder pflegen oder abschalten. Ein Profil, das nur Grunddaten enthält und ohne Datumsangabe auskommt, altert nicht. Eine Chronik voller alter Beiträge schon.
Ein Warnzeichen aus der Praxis
Bei einer Prüfung stand im Website-Feld des Google-Profils die Facebook-Adresse statt der eigenen Website. Damit lief jeder Besucher aus der Google-Suche zu Facebook - und die eigene Website, die dreißig Prozent des Gewichts trägt, bekam nichts ab.
Verlinken Sie zu den Profilen, nicht von der Hauptadresse weg.
Eine Stunde. Facebook-Seite anlegen, Grunddaten aus der Impressum-Datei einsetzen, Beschreibungstext mit Leistung und Ort, von der Website aus im Fußbereich verlinken. Danach ist der Baustein erledigt.
Was der Baustein wirklich wiegt
Drei Prozent bei Google, sieben in der KI-Suche. Das ist wenig, und man sollte es nicht schönreden: Wer begrenzte Zeit hat, bringt zuerst Website, Google-Profil und Verzeichnisse in Ordnung.
Aber „wenig" heißt hier etwas anderes als sonst. Bei den meisten Bausteinen bedeutet ein niedriger Anteil, dass sich Arbeit kaum lohnt. Hier bedeutet er, dass sich der Baustein vollständig abhaken lässt – in etwa einer Stunde, ein einziges Mal.
Und er steht bei acht von zehn geprüften Betrieben auf null. Von null auf vollständig in einer Stunde ist ein Verhältnis, das sonst kein Baustein bietet.
Der Unterschied zwischen Profil und Auftritt
Zwei Dinge werden regelmäßig verwechselt:
| Profil mit Grunddaten | aktiver Auftritt | |
|---|---|---|
| Aufwand | einmalig 1 Stunde | mehrere Stunden im Monat |
| Wirkung auf die Auffindbarkeit | fast der ganze Effekt | kaum messbar mehr |
| Wirkung auf den Eindruck | gering | hoch, wenn gut gemacht |
| Wirkung bei Nachwuchssuche | gering | hoch |
| lohnt sich für | jeden Betrieb | Betriebe mit Bildern und Zeit |
Für die Sichtbarkeit zählt fast ausschließlich die erste Spalte. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine Marketing-Entscheidung – legitim, aber eine andere Frage.
Die Stunde im Einzelnen
- Facebook-Unternehmensseite anlegen oder beanspruchen. Firmenname,
Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Kategorie eintragen – alles aus Ihrer Impressum-Datei kopiert, nicht getippt. *Dreißig Minuten.*
- Beschreibungstext schreiben: Leistung, Ort, ein Satz zum Betrieb, drei
bis fünf konkrete Angebote. *Zehn Minuten.*
- Instagram, falls Sie etwas zu zeigen haben. Dieselben Grunddaten,
derselbe Text, ein aktuelles Bild. *Zehn Minuten.*
- Website-Link setzen in jedem Profil. *Zwei Minuten.*
- Von der Website aus zurückverlinken, im Fußbereich. *Fünf Minuten.*
Danach ist der Baustein erledigt. Ein Profil, das nur Grunddaten enthält und keine datierten Beiträge, altert nicht.
Häufige Fragen zu sozialen Medien
Welche sozialen Netzwerke sind für lokale Unternehmen wichtig?
Facebook für Kunden über vierzig, Instagram für sichtbare Arbeit, TikTok für die Nachwuchssuche, YouTube für erklärungsbedürftige Leistungen. Für lokale Sichtbarkeit sind das die vier, die zählen – alles andere ist nachrangig.
Reicht ein privates Konto für mein Unternehmen?
Nein. Ein persönliches Profil ist für Suchmaschinen etwas anderes als eine Unternehmensseite. Nur letztere trägt Anschrift, Öffnungszeiten und Kategorie – also die Angaben, die als Bestätigung zählen.
Muss ich regelmäßig posten, um gefunden zu werden?
Für die Auffindbarkeit nicht. Ein Profil mit korrekten Grunddaten liefert nahezu den ganzen messbaren Effekt. Regelmäßige Beiträge wirken auf Menschen, nicht auf die Platzierung.
Wie hängen soziale Medien mit der KI-Suche zusammen?
Profile bei Facebook und Instagram sind öffentlich lesbarer Text mit Ortsangabe. Genau das können KI-Systeme auswerten, während sie Kartendaten nicht abfragen können. Deshalb wiegt der Baustein dort mehr als doppelt so schwer wie bei Google.
Soll die Website auf die Profile verlinken oder umgekehrt?
Beides. Die Website verlinkt im Fußbereich auf die Profile, jedes Profil trägt die Website-Adresse. Dieser geschlossene Kreis bestätigt allen Beteiligten, dass sie zusammengehören. Was Sie nicht tun sollten: im Google-Profil die Facebook-Adresse als Website eintragen – dann läuft der ganze Verkehr an Ihrer eigenen Seite vorbei.
Was mache ich mit einem alten, verwaisten Profil?
Wenn Sie Zugang haben: Grunddaten aktualisieren, aktuelles Bild hochladen, alte Beiträge stehen lassen. Wenn nicht und die Seite wirkt tot: löschen lassen ist besser, als sie so stehen zu lassen. Eine Chronik, die vor Jahren endet, beantwortet die Frage „gibt es die noch?" mit Nein.
Welche Angaben gehören mindestens in ein Unternehmensprofil?
Firmenname in der Schreibweise Ihres Impressums, vollständige Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten, die Leistung mit Ort im Beschreibungstext und ein Link auf Ihre Website. Damit ist der Baustein weitgehend erledigt.
Bringt ein Social-Media-Profil ohne Beiträge überhaupt etwas?
Für die Auffindbarkeit ja, und zwar fast den ganzen messbaren Effekt. Das Profil wirkt als zusätzliche öffentliche Quelle, die Ihre Grunddaten bestätigt – ähnlich wie ein Verzeichniseintrag. Beiträge wirken auf Menschen, nicht auf die Platzierung.
Was ist der Unterschied zwischen einem privaten Profil und einer Unternehmensseite?
Eine Unternehmensseite trägt Anschrift, Öffnungszeiten und Kategorie und wird von Suchmaschinen als Unternehmensdatensatz gelesen. Ein privates Konto tut das nicht. Für die Sichtbarkeit zählt nur die Unternehmensseite.
Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt
Soziale Medien sind der kleinste der sechs Bausteine – drei Prozent bei Google, sieben in der KI-Suche. Der Unterschied hat denselben Grund wie überall: Profile sind offen lesbarer Text mit Ortsangabe, und genau das können KI-Systeme auswerten.
Bei keinem anderen Baustein steht Aufwand und vollständige Erledigung in einem so günstigen Verhältnis. Eine Stunde, einmal – danach ist der Punkt abgehakt und altert nicht, solange keine datierten Beiträge hinzukommen.
Zum Abhaken
- Facebook-Unternehmensseite angelegt oder beansprucht
- Grunddaten aus der Impressum-Datei kopiert, nicht getippt
- Beschreibungstext mit Leistung und Ort in jedem Profil
- Website-Link in jedem Profil gesetzt
- Von der Website aus auf die Profile verlinkt
- Kein verwaistes Profil mit Beiträgen von vor Jahren
Weiterlesen
- Soziale Medien
- Wenn das Profil auf Facebook verlinkt
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Geschrieben von
Daniel Götz
Ich prüfe lokale Betriebe auf ihre Sichtbarkeit - Handwerk, Praxen, Kanzleien. Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus Berichten, die dieser Check tatsächlich erstellt hat, nicht aus einer Studie.