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Backlinks

Die Stellschraube, die niemand nutzt

Bei zehn geprüften Betrieben trugen null Prozent der Verlinkungen Leistung oder Ort im Text. Was das kostet – und wie man es ändert, ohne einen Cent auszugeben.

8 Min. LesezeitRedaktion OMU

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Ankertext ist der sichtbare, anklickbare Text eines Verweises. Er sagt Google, worum es auf der verlinkten Seite geht.
  • In unseren Prüfungen trug kein einziger Verweis Leistung und Ort im Text – bei keinem einzigen Betrieb.
  • Wer bittet, bekommt: Die meisten Verlinkenden haben keine Meinung zum Ankertext und ändern ihn gern.
  • Übertreiben schadet. Ein natürliches Profil mischt Firmenname, nackte Adresse, generische Wörter und einige Verweise mit Leistung und Ort.

Wenn eine fremde Seite auf Sie verlinkt, steht dort ein anklickbarer Text. Dieser Text sagt Google, wofür Sie zuständig sind. Er ist der eigentliche Inhalt der Empfehlung.

Und er ist bei praktisch jedem Betrieb, den wir prüfen, verschenkt.

Die Zahl, die uns überrascht hat

Wir messen bei jeder Prüfung, wie viele der verweisenden Seiten Leistung oder Ort im verlinkten Text tragen. Bei den letzten zehn Betrieben lag dieser Wert bei null Prozent. Nicht niedrig. Null.

Alle Verweise trugen entweder den Firmennamen oder die nackte Internetadresse.

Was der Unterschied ausmacht

Verlinkter TextWas Google daraus liest
hiernichts
www.beispiel-firma.deeine Adresse
Beispiel Firma GmbHeinen Namen
Maler in Musterstadteine Leistung und einen Ort

Nur die letzte Zeile trägt Bedeutung. Die ersten drei bestätigen, dass es Sie gibt – aber nicht, wofür.

Wie man es ändert

Der Trick ist, dass Sie meist gefragt werden – und es nicht merken.

Wenn die Innung Sie ins Mitgliederverzeichnis aufnimmt, wenn der Sportverein Sie als Sponsor nennt, wenn ein Lieferant seine Partnerliste pflegt: Irgendwann fragt jemand, wie Sie genannt werden möchten. Antworten Sie dann nicht mit dem Firmennamen.

Antworten Sie mit: Maler in Musterstadt – Malerfachbetrieb Mustermann.

Das ist keine Manipulation. Es ist eine präzisere Beschreibung dessen, was Sie tun. Und es kostet nichts.

Auch bestehende Verweise lassen sich ändern

Gehen Sie Ihre bekannten Verlinkungen durch – Innung, Verein, Partner, Lieferant. Bei den meisten kennen Sie jemanden. Eine kurze Mail genügt:

Ihr verlinkt uns auf eurer Partnerseite. Könntet ihr den Linktext von „Mustermann GmbH“ auf „Maler in Musterstadt“ ändern? Das hilft uns bei Google.

Erfahrungsgemäß sagt die Hälfte zu. Das sind ein paar Mails für einen Effekt, den man sonst nicht kaufen kann.

Was Sie nicht tun sollten

Nicht alle Verweise auf denselben Text setzen. Wenn hundert Seiten mit exakt demselben Wortlaut verlinken, sieht das nach Absprache aus – und wird als Manipulationsversuch gewertet.

Eine natürliche Mischung sieht so aus: ein Teil Firmenname, ein Teil Adresse, ein Teil beschreibender Text. Wenn Sie heute bei null Prozent beschreibendem Text stehen, ist jede Verbesserung ein Fortschritt – Sie müssen nicht bei hundert landen.

Eine Stunde, verteilt über Wochen.

Bekannte Verlinkungen auflisten, bei den fünf wichtigsten nachfragen. Beim nächsten neuen Verweis von Anfang an den richtigen Text nennen.

Wie ein natürliches Ankertext-Profil aussieht

Es gibt eine Falle: Wer versteht, dass der Ankertext zählt, will plötzlich überall denselben. Das ist erkennbar und schadet.

Ein Profil, das gewachsen wirkt, sieht ungefähr so aus:

Art des AnkertextsAnteilBeispiel
Firmenname30 bis 50 %Malerfachbetrieb Mustermann
nackte Adresse10 bis 20 %www.beispiel-firma.de
generisch10 bis 20 %hier, mehr erfahren, zur Website
Leistung mit Ort15 bis 30 %Maler in [Stadt]
SonstigesRestBildlinks, Namen von Ansprechpartnern

Der springende Punkt: Der Anteil mit Leistung und Ort muss nicht groß sein. Er muss überhaupt vorhanden sein. In unseren Prüfungen liegt er regelmäßig bei null – und das ist es, was auffällt, nicht ein zu niedriger Wert.

Warum das Bitten funktioniert

Die meisten Verlinkungen entstehen nebenbei. Jemand schreibt einen Satz, markiert den Firmennamen und setzt den Link. Er denkt keine Sekunde über den Ankertext nach.

Genau deshalb funktioniert eine höfliche Bitte so gut: Es kostet den anderen nichts, und er hat keine Meinung dazu. Wer bei der Innung, beim Lieferanten oder beim Verein anruft und sagt: „Könnt ihr statt unseres Firmennamens schreiben: Maler in [Stadt] – Malerfachbetrieb Mustermann?“, bekommt in den meisten Fällen ein Ja.

Fünf solcher Anrufe verändern das Profil eines lokalen Betriebs spürbar. Das ist der ganze Aufwand.

Wo Sie ansetzen sollten

  1. Bestehende Verweise auflisten. In der Google Search Console unter „Links“ steht, wer auf Sie verweist. Die Liste ist meist kürzer als erwartet.
  2. Die fünf wichtigsten auswählen. Innung, Kammer, Lieferant, Verein, Lokalpresse – also die, bei denen Sie jemanden kennen.
  3. Nachsehen, was dort steht. Öffnen Sie die Seite und suchen Sie den Verweis. Meist steht dort der Firmenname oder „Website“.
  4. Anrufen oder schreiben. Ein Satz genügt, mit dem gewünschten Text im Wortlaut dabei.
  5. Bei neuen Verweisen von vornherein mitliefern. Wer ein Sponsoring abschließt oder in ein Händlerverzeichnis aufgenommen wird, kann den Text gleich mitgeben.

Was ein Ankertext nicht leisten kann

Er ersetzt keine Inhalte. Wenn die Zielseite nicht hält, was der Ankertext verspricht – also wenn „Fassadensanierung in [Stadt]“ auf eine Startseite ohne ein Wort zu Fassaden führt –, hilft der beste Ankertext nicht.

Er ersetzt auch keine Verweisqualität. Zehn Links mit perfektem Ankertext aus bedeutungslosen Verzeichnissen wiegen weniger als ein Verweis von der Handwerkskammer, auch wenn dort nur „hier“ steht.

Und er wirkt langsam. Backlinks sind der träge Baustein: Bis Google einen geänderten Ankertext berücksichtigt, vergehen Wochen bis Monate.

Die Verweise, über die Sie allein entscheiden

Bei fremden Verweisen können Sie bitten. Bei Ihren eigenen bestimmen Sie – und genau dort wird der Ankertext am häufigsten verschenkt.

Gehen Sie Ihre Website durch und sehen Sie sich an, wie Sie von einer Seite auf die andere verweisen. In den meisten Fällen finden Sie „hier“, „mehr erfahren“ oder „weiterlesen“. Das sind drei Wörter, die einer Suchmaschine nichts sagen, obwohl sie an der wirksamsten Stelle stehen: mitten im Text, umgeben von Zusammenhang.

Aus „Mehr zu unseren Leistungen erfahren Sie hier“ wird „Was wir bei einer Fassadensanierung genau machen“. Derselbe Satz, dieselbe Länge – aber jetzt trägt der Verweis eine Aussage.

Zwei Regeln dazu. Erstens: Verlinken Sie nicht dieselbe Seite fünfmal auf einer Seite mit fünf verschiedenen Texten. Einmal, an der Stelle, an der es inhaltlich passt. Zweitens: Der Ankertext soll beschreiben, was den Leser erwartet, nicht was Sie ranken wollen. Wenn beides zusammenfällt, ist es richtig.

Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt

Der Ankertext gehört zum Baustein Backlinks – 29 Prozent in der Google-Suche, 15 in der KI-Suche, 9 in der Karte. In der organischen Suche sind Backlinks der zweitstärkste Baustein, und der Baustein, bei dem Sie am stärksten auf andere angewiesen sind.

Genau deshalb lohnt es, den Teil auszuschöpfen, den Sie beeinflussen können. Sie bestimmen nicht, wer auf Sie verlinkt. Sie können aber bitten, wie verlinkt wird – und bei internen Verweisen auf der eigenen Seite entscheiden Sie es ganz allein.

Zum Abhaken

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Ankertext

Kurze Antworten auf das, was bei Prüfungen am häufigsten gefragt wird.

Was ist ein Ankertext?

Der sichtbare, anklickbare Text eines Verweises. Bei „mehr dazu auf unserer Website“ ist „mehr dazu auf unserer Website“ der Ankertext. Er sagt einer Suchmaschine, worum es auf der verlinkten Seite geht.

Wie viele Links dürfen denselben Ankertext haben?

Es gibt keine feste Grenze, aber ein Muster fällt auf. Wenn dreißig von vierzig Verweisen wortgleich denselben Suchbegriff tragen, wirkt das gebaut. Streuen Sie: mal die Leistung mit Ort, mal nur die Leistung, mal den Firmennamen.

Kann ich den Ankertext bestehender Links ändern?

Nur der Betreiber der verlinkenden Seite kann das. Sie können ihn darum bitten – und bei Innungen, Vereinen und Partnerbetrieben klappt das meist problemlos, weil es niemanden etwas kostet.

Zählt der Ankertext auch bei internen Links?

Ja, und dort haben Sie ihn vollständig in der Hand. Wenn Sie auf Ihrer eigenen Website von der Startseite auf die Leistungsseite verlinken, sollte im Linktext die Leistung stehen und nicht „hier klicken“. Das ist der einzige Ankertext, den Sie ohne fremdes Zutun verbessern können.

Schadet ein Bild-Link ohne Text?

Nein, aber er verschenkt etwas. Bei einem Bild als Link tritt der Alt-Text an die Stelle des Ankertexts. Wer ein Logo verlinkt, sollte dort also nicht „logo.png“ stehen haben, sondern den Firmennamen.

Was ist der Unterschied zwischen Ankertext und URL?

Die URL ist die Adresse, auf die ein Verweis zeigt. Der Ankertext ist der Text, den man anklickt. Bei einem Link, der als „Maler in [Stadt]“ erscheint und auf beispiel-firma.de führt, ist „Maler in [Stadt]“ der Ankertext und beispiel-firma.de die URL.

Wie beeinflusst der Ankertext die Platzierung?

Er ist eines der Signale, mit denen Google einordnet, wofür eine Seite steht. Wenn mehrere unabhängige Seiten mit derselben Formulierung auf Sie verweisen, verstärkt das die Zuordnung. Er ersetzt aber nicht die Inhalte der Zielseite.

Wie viele Verweise mit Leistung und Ort sind zu viel?

Eine feste Zahl gibt es nicht, aber ein Verhältnis: Machen solche Verweise mehr als etwa ein Drittel aller eingehenden Verlinkungen aus, wirkt das Profil gesteuert. Ein natürlich gewachsener Betrieb hat überwiegend Verweise auf seinen Namen und seine Adresse – die passenden Ankertexte sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Soll im Ankertext der Firmenname oder die Leistung stehen?

Beides hat seinen Platz. Der Firmenname bestätigt, wer Sie sind, die Leistung mit Ort, wofür Sie stehen. Wenn Sie um einen Text bitten dürfen, verbinden Sie beides: „Maler in Musterstadt – Malerfachbetrieb Mustermann“. So bleibt der Verweis natürlich und trägt trotzdem die Aussage, auf die es ankommt.

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