Wenn eine fremde Seite auf Sie verlinkt, steht dort ein anklickbarer Text. Dieser Text sagt Google, wofür Sie zuständig sind. Er ist der eigentliche Inhalt der Empfehlung.
Und er ist bei praktisch jedem Betrieb, den wir prüfen, verschenkt.
Die Zahl, die uns überrascht hat
Wir messen bei jeder Prüfung, wie viele der verweisenden Seiten Leistung oder Ort im verlinkten Text tragen. Bei den letzten zehn Betrieben lag dieser Wert bei null Prozent. Nicht niedrig. Null.
Alle Verweise trugen entweder den Firmennamen oder die nackte Internetadresse.
Was der Unterschied ausmacht
| Verlinkter Text | Was Google daraus liest |
|---|---|
| hier | nichts |
| www.beispiel-firma.de | eine Adresse |
| Beispiel Firma GmbH | einen Namen |
| Maler in Musterstadt | eine Leistung und einen Ort |
Nur die letzte Zeile trägt Bedeutung. Die ersten drei bestätigen, dass es Sie gibt – aber nicht, wofür.
Wie man es ändert
Der Trick ist, dass Sie meist gefragt werden – und es nicht merken.
Wenn die Innung Sie ins Mitgliederverzeichnis aufnimmt, wenn der Sportverein Sie als Sponsor nennt, wenn ein Lieferant seine Partnerliste pflegt: Irgendwann fragt jemand, wie Sie genannt werden möchten. Antworten Sie dann nicht mit dem Firmennamen.
Antworten Sie mit: Maler in Musterstadt – Malerfachbetrieb Mustermann.
Das ist keine Manipulation. Es ist eine präzisere Beschreibung dessen, was Sie tun. Und es kostet nichts.
Auch bestehende Verweise lassen sich ändern
Gehen Sie Ihre bekannten Verlinkungen durch – Innung, Verein, Partner, Lieferant. Bei den meisten kennen Sie jemanden. Eine kurze Mail genügt:
Ihr verlinkt uns auf eurer Partnerseite. Könntet ihr den Linktext von „Mustermann GmbH“ auf „Maler in Musterstadt“ ändern? Das hilft uns bei Google.
Erfahrungsgemäß sagt die Hälfte zu. Das sind ein paar Mails für einen Effekt, den man sonst nicht kaufen kann.
Was Sie nicht tun sollten
Nicht alle Verweise auf denselben Text setzen. Wenn hundert Seiten mit exakt demselben Wortlaut verlinken, sieht das nach Absprache aus – und wird als Manipulationsversuch gewertet.
Eine natürliche Mischung sieht so aus: ein Teil Firmenname, ein Teil Adresse, ein Teil beschreibender Text. Wenn Sie heute bei null Prozent beschreibendem Text stehen, ist jede Verbesserung ein Fortschritt – Sie müssen nicht bei hundert landen.
Eine Stunde, verteilt über Wochen.
Bekannte Verlinkungen auflisten, bei den fünf wichtigsten nachfragen. Beim nächsten neuen Verweis von Anfang an den richtigen Text nennen.
Wie ein natürliches Ankertext-Profil aussieht
Es gibt eine Falle: Wer versteht, dass der Ankertext zählt, will plötzlich überall denselben. Das ist erkennbar und schadet.
Ein Profil, das gewachsen wirkt, sieht ungefähr so aus:
| Art des Ankertexts | Anteil | Beispiel |
|---|---|---|
| Firmenname | 30 bis 50 % | Malerfachbetrieb Mustermann |
| nackte Adresse | 10 bis 20 % | www.beispiel-firma.de |
| generisch | 10 bis 20 % | hier, mehr erfahren, zur Website |
| Leistung mit Ort | 15 bis 30 % | Maler in [Stadt] |
| Sonstiges | Rest | Bildlinks, Namen von Ansprechpartnern |
Der springende Punkt: Der Anteil mit Leistung und Ort muss nicht groß sein. Er muss überhaupt vorhanden sein. In unseren Prüfungen liegt er regelmäßig bei null – und das ist es, was auffällt, nicht ein zu niedriger Wert.
Warum das Bitten funktioniert
Die meisten Verlinkungen entstehen nebenbei. Jemand schreibt einen Satz, markiert den Firmennamen und setzt den Link. Er denkt keine Sekunde über den Ankertext nach.
Genau deshalb funktioniert eine höfliche Bitte so gut: Es kostet den anderen nichts, und er hat keine Meinung dazu. Wer bei der Innung, beim Lieferanten oder beim Verein anruft und sagt: „Könnt ihr statt unseres Firmennamens schreiben: Maler in [Stadt] – Malerfachbetrieb Mustermann?“, bekommt in den meisten Fällen ein Ja.
Fünf solcher Anrufe verändern das Profil eines lokalen Betriebs spürbar. Das ist der ganze Aufwand.
Wo Sie ansetzen sollten
- Bestehende Verweise auflisten. In der Google Search Console unter „Links“ steht, wer auf Sie verweist. Die Liste ist meist kürzer als erwartet.
- Die fünf wichtigsten auswählen. Innung, Kammer, Lieferant, Verein, Lokalpresse – also die, bei denen Sie jemanden kennen.
- Nachsehen, was dort steht. Öffnen Sie die Seite und suchen Sie den Verweis. Meist steht dort der Firmenname oder „Website“.
- Anrufen oder schreiben. Ein Satz genügt, mit dem gewünschten Text im Wortlaut dabei.
- Bei neuen Verweisen von vornherein mitliefern. Wer ein Sponsoring abschließt oder in ein Händlerverzeichnis aufgenommen wird, kann den Text gleich mitgeben.
Was ein Ankertext nicht leisten kann
Er ersetzt keine Inhalte. Wenn die Zielseite nicht hält, was der Ankertext verspricht – also wenn „Fassadensanierung in [Stadt]“ auf eine Startseite ohne ein Wort zu Fassaden führt –, hilft der beste Ankertext nicht.
Er ersetzt auch keine Verweisqualität. Zehn Links mit perfektem Ankertext aus bedeutungslosen Verzeichnissen wiegen weniger als ein Verweis von der Handwerkskammer, auch wenn dort nur „hier“ steht.
Und er wirkt langsam. Backlinks sind der träge Baustein: Bis Google einen geänderten Ankertext berücksichtigt, vergehen Wochen bis Monate.
Die Verweise, über die Sie allein entscheiden
Bei fremden Verweisen können Sie bitten. Bei Ihren eigenen bestimmen Sie – und genau dort wird der Ankertext am häufigsten verschenkt.
Gehen Sie Ihre Website durch und sehen Sie sich an, wie Sie von einer Seite auf die andere verweisen. In den meisten Fällen finden Sie „hier“, „mehr erfahren“ oder „weiterlesen“. Das sind drei Wörter, die einer Suchmaschine nichts sagen, obwohl sie an der wirksamsten Stelle stehen: mitten im Text, umgeben von Zusammenhang.
Aus „Mehr zu unseren Leistungen erfahren Sie hier“ wird „Was wir bei einer Fassadensanierung genau machen“. Derselbe Satz, dieselbe Länge – aber jetzt trägt der Verweis eine Aussage.
Zwei Regeln dazu. Erstens: Verlinken Sie nicht dieselbe Seite fünfmal auf einer Seite mit fünf verschiedenen Texten. Einmal, an der Stelle, an der es inhaltlich passt. Zweitens: Der Ankertext soll beschreiben, was den Leser erwartet, nicht was Sie ranken wollen. Wenn beides zusammenfällt, ist es richtig.
Wie dieser Handgriff ins Gesamtbild passt
Der Ankertext gehört zum Baustein Backlinks – 29 Prozent in der Google-Suche, 15 in der KI-Suche, 9 in der Karte. In der organischen Suche sind Backlinks der zweitstärkste Baustein, und der Baustein, bei dem Sie am stärksten auf andere angewiesen sind.
Genau deshalb lohnt es, den Teil auszuschöpfen, den Sie beeinflussen können. Sie bestimmen nicht, wer auf Sie verlinkt. Sie können aber bitten, wie verlinkt wird – und bei internen Verweisen auf der eigenen Seite entscheiden Sie es ganz allein.